Dreharbeiten auf Eis
Polanskis Haft bereitet Babelsberg Sorgen

Eine vor 32 Jahren begangene Straftat des Filmemachers Rorman Polanski könnte das Studio Babelsberg in arge wirtschaftliche Schwierigkeiten bringen. Ohne den inhaftierten Regisseur kann der Filmproduzent seinen Film "The Ghost" nicht fertigstellen.

DÜSSELDORF. Wenn Carl Woebcken auf sein weitläufiges Firmengelände am Rande von Potsdam blickt, bleibt er ernst. Von branchenüblicher Euphorie ist beim Eigner und Vorstand des Studio Babelsberg nichts zu spüren. Denn der einstige Unternehmensberater hat ein Problem, und das heißt Roman Polanski.

Eine Straftat des Starregisseurs vor 32 Jahren in Los Angeles hat jetzt Folgen. Studio Babelsberg droht wegen der Inhaftierung des polnischen Regisseurs Polanski in wirtschaftliche Schwierigkeiten zu geraten. Sein neuestes Werk "The Ghost" mit dem Hollywood-Star Pierce Brosnan in der Hauptrolle kann nicht fertiggestellt werden. Bei dem Film fehlten Sound und Musik, berichtete am Dienstag sein Agent Jeff Berg. "The Ghost" wurde nicht nur in Babelsberg gedreht, sondern das deutsche Studio ist auch Koproduzent und trägt damit das unternehmerische Risiko.

Eine Auslieferung von Polanski an die USA wäre für das traditionsreiche Filmstudio in Europa eine Katastrophe. Babelsberg würde ein wichtiger Umsatzbringer in der Bilanz fehlen. "Wir dürfen nur Filme als Umsätze buchen, wenn sie fertiggestellt sind - vorher aber nicht", sagt Vorstand Woebcken grundsätzlich.

Die Nervosität im Berliner Filmvorort ist groß. Denn das neueste Werk von Polanski sollte eigentlich bereits auf dem Filmfestival Berlinale in Februar zu sehen sein. Doch Polanski sitzt erst einmal im Knast. Er war am Samstag während der Anreise zum Filmfest Zürich am Airport Kloten festgenommen worden. Die Schweizer Behörden beriefen sich auf einen gültigen internationalen Haftbefehl.

Mit der Festnahme hat die Vergangenheit Polanski eingeholt. Der Filmregisseur hatte 1978 ein 13-jähriges Mädchen sexuell missbraucht. Der damals 43-Jährige bekannte sich schuldig. Er floh aber vor dem Urteilsspruch nach Frankreich. In den vergangenen 31 Jahren betrat er nicht mehr amerikanischen Boden, um seiner Gefängnisstrafe zu entgehen. Am Dienstag hat Polanski Widerspruch gegen seine Auslieferung an die USA eingelegt

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