Dritte Restrukturierungsrunde
Siemens greift bei ICM erneut zum Rotstift

Der Münchener Siemens-Konzern will in seiner Mobilfunksparte bis Ende 2004 zusätzlich eine Milliarde Euro sparen und weitere Stellen streichen.

rtr/vwd MÜNCHEN. „Bis Ende des nächsten Geschäftsjahres sollen rund 2300 Stellen entfallen, davon 500 in Deutschland“, teilte Siemens am Mittwoch in München mit. „Da sind Entlassungen dabei“, sagte ein Sprecher, ohne aber konkrete Zahlen zu nennen.

Hintergrund sei die anhaltende Marktschwäche, die durch Preisverfall, Überkapazitäten und Investitionszurückhaltung seitens der Kunden gekennzeichnet sei. Der Weltmarkt für Mobilfunknetze sei bereits im vergangenen Jahr um 15 Prozent gesunken, 2003 werde sogar ein Rückgang um bis zu 20 Prozent erwartet. Zudem stagniere der Umsatz auf dem Handymarkt trotz steigender Stückzahlen.

„Das Geschäft steht bei allen Wettbewerbern unter erheblichem Margendruck. Diesen Entwicklungen müssen wir Rechnung tragen, um gestärkt aus der Krise zu kommen“, sagte der Vorsitzende des Bereichsvorstandes, Rudi Lamprecht.

„Um weiter profitabel wirtschaften zu können, sollen in den nächsten zwölf Monaten die Kosten um eine Milliarde Euro gesenkt werden“, kündigte Siemens an. Hierzu solle unter anderem der Einkauf globaler als bislang gestalt werden, zudem würden die Zulieferer zu Preissenkungen und günstigeren Zahlungsmodalitäten aufgefordert, erklärte der Sprecher. „Die Gespräche hierzu laufen bereits.“ Darüber hinaus wolle Siemens Mobile die Forschungs- und Entwicklungsarbeiten stärker zusammenfassen.

Zudem soll durch weitere Investitionen in die Mobilfunktechnologien GSM, EDGE und UMTS die Marktstellung von ICM insbesondere in den Wachstumsmärkten Osteuropa, Asien und Lateinamerka ausgebaut werden. ICM hat im dritten Quartal einen Gewinn von insgesamt 17 Mill. Euro erzielt.

Die Stellenabbaupläne müssen dem Sprecher zufolge nun noch mit der Arbeitnehmerseite diskutiert und umgesetzt werden. Grundsätzlich wolle Siemens Kündigungen vermeiden und sämtliche alternative Möglichkeiten nutzen.

Siemens hat bereits im laufenden sowie im vergangenen Geschäftsjahr Kostensenkungsprogramme bei ICM in Höhe von jeweils rund einer Milliarde Euro aufgelegt und dabei jeweils 2 000 Stellen abgebaut.

Siemens hatte konzernweit zum Geschäftsjahrsende 2001/02 (zum 30. September) 426 000 Mitarbeiter beschäftigt. Ein Jahr zuvor waren es noch 58 000 mehr gewesen.

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