DSL-Geschäft von AOL Deutschland
Italiener stechen Freenet aus

Der Verkauf des millionenschweren Internet-Zugangsgeschäfts von AOL Deutschland ist abgeschlossen. Die Mailänder Telecom Italia (TI) bestätigte am Sonntagabend, sie habe entsprechende Verträge für die deutsche Time-Warner-Tochter unterschrieben.

kk/lip HAMBURG/MAILAND. Der Kaufpreis für das Geschäftsfeld DSL-Internetanschlüsse beträgt nach Informationen aus Verhandlungskreisen 675 Mill. Euro. Verlierer des Pokers um die AOL-Kunden ist der Hamburger Konkurrente Freenet. Die Mobilcom-Tochter hatte am Wochenende noch ein letztes Angebot abgegeben, konnte das Blatt aber nicht mehr wenden. Freenet hatte sich mit TI in den vergangenen Wochen ein Kopf-Kopf-Rennen geliefert. Mobilcom ist an Freenet mit 50 Prozent beteiligt.

Der US-Medienkonzern Time Warner trennt sich nur von dem deutschen Geschäft mit den breitbandigen DSL-Anschlüssen. Am Portalgeschäft will AOL Deutschland hingegen festhalten. Die Firma hat in Deutschland rund 1,1 Mill. DSL-Kunden.

Mit dem Zuschlag für TI steigern die Italiener die Zahl der DSL-Kunden in Deutschland schlagartig auf 1,84 Mill. Damit verdrängt TI die Vodafone-Tochter Arcor von ihrem dritten Platz. Branchenführer ist T-Online mit 5,1 Mill. DSL-Kunden, gefolgt von United Internet mit knapp zwei Mill. Telecom Italia ist in Deutschland über die Hamburger Hansenet-Gruppe ("Alice") vertreten. Sie versorgt rund 740 000 DSL-Kunden. Telecom Italia ist bei den Verhandlungen um AOL von den Investmentbanken Dresdner Kleinwort Wasserstein und Deutsche Bank beraten worden.

Der Zukauf ist für Telecom Italia wichtig, da sich das italienische Unternehmen nach seiner Aufspaltung künftig als Medienkonzern positionieren will. So plant die Telefongesellschaft, künftig Filme und Fernsehen über das Internet anzubieten.

Um die deutsche AOL-Tochter hatten sich auch United Internet, KPN sowie Versatel Deutschland mit der Muttergesellschaft Apax bemüht. Vor allem Freenet hatte sich erhofft, die Wettbewerbsposition auf dem DSL-Markt deutlich zu verbessern. Ob der Firma hierdurch nun Nachteile entstehen, ist nach Meinung von Analysten unklar. „Wenn der Preis zu hoch ist, wäre es für Freenet besser, sich zurückzuziehen“, meinte Frank Rothauge, Analyst bei der Kölner Privatbank Sal. Oppenheim, im Vorfeld der Entscheidung. Die Mobilcom-Tochter hat 800 000 DSL-Kunden.

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