Durchsuchungen
Google im Visier der fränzösischen Steuerfahnder

Laut einem Medienbericht haben Steuerfahnder bereits im vergangenen Jahr wichtige Unterlagen des Unternehmens beschlagnahmt. Im schlimmsten Fall kommen auf den Internetkonzern Nachzahlungen in Millionenhöhe zu.
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ParisDer französische Fiskus hat eine Steuerprüfung beim Internetriesen Google in Frankreich angeordnet. Wie die Nachrichtenagentur AFP aus zuverlässiger Quelle erfuhr, ist das Verfahren bereits in Gang. Das Pariser Finanzministerium wollte dazu nicht Stellung nehmen.

Google beachte die Steuergesetze aller Länder, in denen das Unternehmen tätig sei, sagte ein Sprecher von Google France. „Wir sind überzeugt, dass wir das französische Gesetz eingehalten haben.“ Der Internetseite des Nachrichtenmagazins „L'Express“ zufolge haben die nationale Steuerdirektion und der Zoll den Sitz von Google France schon am 30. Juni vergangenen Jahres durchsucht und dabei zahlreiche E-Mails, Rechnungen und Verträge beschlagnahmt. Bei der Untersuchung gehe es um Steuern, die Google zwischen 2008 und 2010 nicht bezahlt haben soll, schreibt „L'Express“.

Den Informationen des Nachrichtenmagazins zufolge hat Google France für 2010 einen Umsatz von 68,7 Millionen Euro angegeben. Dies sei 37 Mal weniger als der Jahresumsatz in Großbritannien, der im gleichen Jahr 2,5 Milliarden Euro betragen habe.

Andererseits sei Frankreich für Google der viertgrößte Markt. Laut „L'Express“ könnte Google eine Steuernachforderung in Höhe von mehr als 100 Millionen Euro drohen.

Der französische Präsident Nicolas Sarkozy hatte vergangene Woche angekündigt, internationale Internetriesen sollten in Frankreich stärker besteuert werden. Der konservative Staatschef regte dafür eine Besteuerung von Online-Werbeeinnahmen an.

Im französischen Parlament war im vergangenen Jahr ein Vorstoß gescheitert, auch große ausländische Internet-Suchmaschinen und Webportale wie Google und AOL zu besteuern. Die Pariser Regierung sperrte sich daraufhin dagegen, dass nur in Frankreich ansässige, kleinere Unternehmen für ihre Werbung im Internet besteuert werden sollten.

Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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