E-Mails
Gegen das digitale Dauergeplapper

Zu schlampig geschrieben, zu unausgegoren und zu schnell verschickt: Christoph Moss bringt die Tücken der E-Mail-Kommunikation auf den Punkt. Er macht deutlich, was E-Mails als Teil der Unternehmenskommunikation leisten können und wo es besser ist, einfach zu telefonieren.
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BERLIN. Zu schlampig geschrieben, zu unausgegoren und zu schnell verschickt: Christoph Moss bringt die Tücken der E-Mail-Kommunikation auf den Punkt. In seiner handlichen Gebrauchsanweisung macht der Kommunikationswissenschaftler und Journalist deutlich, was E-Mails als Teil der Unternehmenskommunikation leisten können und wo es besser ist, einfach zu telefonieren.

Moss lehnt das digitale Dauergeplapper ab und plädiert fürs Nachdenken – und zwar vor dem Absenden. Denn E-Mails mit verfänglichen Inhalten sind schnell in der Welt. Um das zu verhindern, stellt er witzige Testfragen vor, die vor dem Absenden unbedingt beantwortet werden sollten. Auch für die Inhalte gibt es klare Vorgaben, sagt er. E-Mails müssen genau und verständlich verfasst werden, was für viele Schreiber eine riesige Herausforderung ist.

Dabei warnt der Autor jedoch vor allzu knappen Anweisungen ohne Anrede und Grußformel. Vor allem spontane Unmutsäußerungen sollten tabu sein. Führungskräfte können mit ihrer „Stakkato-Kommunikation“ bei den Mitarbeitern viel falsch machen, was dann, so Moss, „kein Motivationsseminar der Welt“ wieder richten könne. Sein Buch ist ein Knigge für die Fans der schnellen Nachrichten.

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  • E-Mails - Segen oder Fluch? So oder so ähnlich werden gerne die Fragen gestellt, Fragen, die zu Diskussionen anregen, oder besser, die provozieren.

    Doch wie so oft im Leben ist es weniger oft "entweder oder" sondern viel häufiger ein "sowohl als auch". Ja, es kommt ganz darauf an? ist es doch oftmals genauso angenehm, ganz schnell einmal eine Nachricht versenden zu können, wie nervig, wegen jeder Kleinigkeit selbst eine Mail zu erhalten.

    Die Anregung von Herrn Moss finde ich daher ausgezeichnet. Er sensibilisiert aus meiner Sicht dafür bewusster mit der Handhabung von E-Mails umzugehen – Unternehmen und auch jeden Einzelnen.

    Vorher darüber nachdenken! in bestimmten Fällen ist ein persönlicher oder telefonischer Kontakt einer Mail sicherlich vorzuziehen, da erfolgversprechender. Auch manche Angst-und-Ego-Mail ("ich war nicht informiert bzw. nicht einbezogen“) könnte entfallen und damit mehr Einfachheit und echte Schnelligkeit in den Unternehmen fördern. Sicherlich werden manche Telefonate dadurch erschwert, dass der Empfänger gerade „in einem Meeting“ sitzt. Da hilft dann doch wieder die Mail – oder eine effektivere Meeting-Kultur im anderen Unternehmen – und manchmal sogar auch im eigenen.

    Ja, jede Mail wirkt. Der inhalt, wie auch die Umgangsformen und die Formulierungen. Auch darüber sollte der Absender, wie vom Autor empfohlen, vor dem absenden der Mail nachgedacht haben. Genau das kommt nach meinen Erfahrungen oftmals im Tagesgeschäft zu kurz. Auch den Vorgesetzten ist ihre Vorbildfunktion nicht immer bewusst. Alles geschieht in einer guten Absicht – doch häufig unter Zeitdruck und daher eher unbewusst.

    interessanterweise sind es aus meiner Erfahrung besonders erfolgreiche Unternehmen, die bewusst Antworten auf Fragen finden, wie: Wie soll eine passende Kommunikationskultur in unserem Unternehmen konkret aussehen? Wie wollen wir im Unternehmen miteinander umgehen (Anerkennungskultur)? Wie sieht eine wertschätzende und effektive Kommunikation mit unseren Lieferanten aus? Wie vermitteln wir Respekt bei der Kommunikation mit unseren Kunden? Wie wollen wir nach innen, wie auch nach außen wirken – und was ist konkret dazu zu tun?

    Für welche Kommunikationskultur sich ein Unternehmen entscheidet, sollte jedem Unternehmen selbst überlassen sein. Dabei sollte bewusst sein, dass die Kommunikationskultur ein sichtbares Zeichen dafür ist, wie man im Unternehmen miteinander umgeht. – Mit den besten Wünschen – Robert Knitt von der iM bE MA-Consult GmbH

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