Einigung mit Banken
Bescherung für Premiere: Kapitalerhöhung steht

Aufatmen bei Premiere: Mit Hilfe des Großaktionärs News Corp und der Banken hat sich der defizitäre Sender Zugang zu neuen Krediten und frischem Eigenkapital gesichert. Eine Kapitalerhöhung um 450 Millionen Euro soll den Weg für die Rückkehr in die Gewinnzone im Jahr 2011 ebnen. Allerdings knüpft News Corp seine Unterstützung an Bedingungen.

hps/HB FRANKFURT. Der defizitäre Bezahlsender Premiere hat sich neue langfristige Kredite gesichert und mit seinem Großaktionär News Corp Kapitalerhöhungen vereinbart. Der Mittelzufluss sei die Voraussetzung für den Fortbestand des Pay-TV-Unternehmens, teilte Premiere am Dienstag mit. Wegen operativer Verluste und eines negativen Cash-Flows hätte Premiere seine Kreditauflagen nicht einhalten können, deshalb seien Kreditlinien von 525 Mio. Euro neu verhandelt worden. Premiere plane nun erhebliche Investitionen in Programm, Technologie, Marketing und Kundenservice. Ab 2011 wolle das Unternehmen profitabel sein.

Mit dem News-Corp-Konzern des Medienunternehmers Rupert Murdoch seien zwei Bezugsrechtsemissionen über insgesamt 450 Mio. Euro vereinbart worden. News Corp habe dafür zur Bedingung gemacht, von der Vorlage eines Pflichtangebots an die übrigen Aktionäre bei Überschreiten der 30-Prozent-Anteilsgrenze befreit zu werden. Derzeit ist News Corp mit 25,01 Prozent an Premiere beteiligt.

Premiere erwartet in diesem Jahr einen Ebitda-Verlust zwischen 40 und 60 Mio. Euro. 2009 rechnet der Sender mit einem negativen Cash-Flow zwischen 250 und 275 Mio. Euro sowie einem weiteren "signifikanten" Ebitda-Verlust. Die Gewinnschwelle bei Ebitda und Cash-Flow solle Ende 2010 erreicht werden, hieß es. Profitabel will Premiere von 2011 an sein.

Voraussetzung dafür ist aber eine bessere Kapitalausstattung. Der Finanzierungsplan ist äußerst komplex. Er beinhaltet eine Kapitalerhöhung über bis zu 450 Mio. Euro sowie die Gewährung von Kreditlinien über 525 Mio. Euro. Das Zustandekommen der Hilfen haben Premiere- Großaktionär Rupert Murdoch und die beteiligten Banken allerdings an Bedingungen geknüpft.

Seinen kurzfristigen Liquiditätsbedarf will das Unternehmen über eine erste Tranche der Kapitalerhöhung decken. Dabei soll die Zahl der Aktien um 10,2 Mio. auf 108,6 Mio. steigen. Premiere sollen so mindestens 25 Mio. Euro zufließen. News Corp. sichert das Gelingen mit einer Mindestabnahme von 7,8 Mio. Stück zu 3,19 Euro ab. Die zunächst begrenzte Menge neuer Aktien garantiert, dass Murdochs Anteil zunächst nicht über 29,9 Prozent steigt. Durch einen verbundenen Kredit soll die insgesamt einzunehmende Summe bei 50 Mio. Euro liegen. Bisherige Premiere-Aktionäre können für elf alte Aktien eine neue kaufen. Der Bezugspreis liegt bei mindestens 3,19 Euro, kann sich allerdings abhängig vom Aktienkurs noch erhöhen. Der endgültige Preis soll am 8. Januar festgelegt werden.

Der wesentlich größere Teil der Kapitalerhöhung von bis zu 425 Mio. Euro soll dann im zweiten Quartal über die Bühne gehen. Dafür müssen die Aktionäre noch grünes Licht geben auf einer außerordentlichen Hauptversammlung, die bis Ende März stattfinden soll.

Die Bedingungen für das Finanzierungspaket sind teils wechselseitig angelegt. News Corp. will sich durch die Finanzaufsicht BaFin von der Pflicht zu einem Komplett-Übernahmeangebot für den Sender befreien lassen, das eigentlich beim Erreichen einer Anteilsschwelle von 30 Prozent an Premiere fällig würde. Außerdem machte Murdoch die Verfügbarkeit der neuen Kreditlinien in Höhe von 525 Mio. Euro zur Voraussetzung für die Kapitalspritze. Die Banken wiederum haben zur Bedingung für ihre Kreditzusagen gemacht, dass die Kapitalerhöhung gelingt.

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