Elektro-Hersteller
Lenovo setzt mehr PCs und Tablets ab

Der Medion-Mutterkonzern Lenovo überrascht mit hohem Quartalsgewinn. Auf dem chinesischen Tablet-Markt und im weltweiten PC-Geschäft ist Lenovo bereits Nummer zwei. Ein neuer Unternehmenschef soll den Kurs fortsetzen.
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HongkongEin starker Absatz auf dem Heimatmarkt hat dem chinesischen Computerhersteller Lenovo einen überraschend hohen Quartalsgewinn beschert. Die neue Medion -Mutter eroberte sich in dem bevölkerungsreichsten Land der Erde Rang Zwei auf dem rasant wachsenden Tablet-Markt, wie sie am Mittwoch mitteilte. Sechs Jahre nach der Übernahme der Computer-Sparte von IBM hat der Konzern zudem auf dem weltweiten PC-Markt Dell überrundet und ist nun Branchenführer Hewlett-Packard auf den Fersen.

Lenovo habe in China im vergangenen Quartal fast doppelt so viele Tablets verkauft als im Vierteljahr davor und seinen Marktanteil auf 8,4 Prozent erhöht, erklärte der Konzern bei der Vorlage seiner Quartalsbilanz. Die Marke ist in dem Schwellenland so bekannt wie keine andere und erreicht vor allem den wachsenden Mittelstand. Mit der vor kurzem abgeschlossenen Übernahme des Aldi-Lieferanten Medion will Lenovo auch im deutschen Weihnachtsgeschäft einen eigenen Tablet-PC anbieten. In Japan hat sich Lenovo zuletzt mit NEC verbündet, um mehr Laptops zu verkaufen. Die Aktien des Konzerns haben seit Anfang des Jahres 12,5 Prozent an Wert gewonnen, am Mittwoch schlossen sie vor der Bekanntgabe der Quartalszahlen mit einem Plus von knapp fünf Prozent.

Für die nächste Etappe wechselt Lenovo den Konzernpräsidenten aus: Unternehmenschef Yang Yuanqing rückt auf den Posten auf und löst Liu Chuanzi ab. Nach Einschätzung von Branchenexperten ist damit kein strategischer Kurswechsel verknüpft.

Im zweiten Geschäftsquartal bis Ende September verbuchte Lenovo ein Gewinnplus von 88 Prozent auf umgerechnet 105 Millionen Euro. Für die kommenden Monate schlagen die Chinesen einen vorsichtigen Ton an. Eine unsichere Erholung der Weltwirtschaft und die neu aufgeflammte Schuldenkrise in Europa trübten die Aussichten, erklärte der Konzern. Das herkömmliche PC-Geschäft leide außerdem zunehmend darunter, dass Tablets vor allem bei Einsteigern immer beliebter würden. Auch stellt sich der Computer-Hersteller auf höhere Preise für Festplatten ein, da die Zulieferer wegen der starken Überflutungen in Thailand mit der Produktion nicht nachkommen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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