Elektrokonzerne wollen dem weltweiten Sparzwang mit guten Produkten trotzen
Sony, Toshiba und Co. fühlen sich gewappnet

In kaum einem anderen Bereich ist die Vorherrschaft Japans so deutlich wie in der Unterhaltungselektronik. Doch nun rechnen Japans Hersteller wegen der weltweiten Wirtschaftskrise mit einer Phase des Absatzrückgangs. Dank voller Kassen fühlen sie sich aber mehrheitlich gut vorbereitet.

TOKIO. Nach mehreren Jahren solider Ergebnisgewinne verfügt beispielsweise der Spielehersteller Nintendo über gut neun Mrd. Euro verfügbarer Mittel. „Mit Ausnahme der Kategorie von Mini-Notebooks erwarten wir eine aber Stagnation im Absatz der meisten Elektronikprodukte“, schreiben Analysten des Wertpapierhauses Nomura.

Beim Absatz von Handys, Digitalkameras, herkömmlichen PCs werden sich weltweit wegen abnehmender Konsumausgaben keine Steigerungen erzielen lassen. Das schwache Verbrauchervertrauen erhöht auch den Druck auf die Preise. Im Jahresverlauf nahm trotz olympischer Spiele der Marktpreis für Flachfernseher weiter ab. Im September lag der Marktpreis für Flüssigkristallgeräte weltweit bereits 16 Prozent unter der Notierung vom Mai.

Auch auf dem Heimatmarkt Japan erwarten Analysten im aktuellen Jahr bereits einen Absatzrückgang der Elektronikindustrie. Wem gerade das Depot zusammengeschmolzen ist, kauft sich den Blueray-Recorder vielleicht doch nicht - obwohl gerade Japans Konsumenten Vorreiter in der Akzeptanz neuer Technik sind. Dementsprechend sieht längst nicht alles schlecht aus. Der Juli war wegen Nachfrage nach olympiatauglichen Fernsehern ein starker Monat mit Rekordverkaufszahlen.

„Sony konnte solide Verbesserungen im Geschäft mit Spielen und TV-Geräten erzielen“, schreibt Analyst Yasuo Nakane von der Deutschen Bank. Wegen der Verschlechterung der Wirtschaftslage werde jedoch die Nachfrage sowohl in den Industrie- als auch in den Schwellenländern zurückgehen. Nakane erwartet demnächst eine Rückführung der Gewinnprognose durch Sony von derzeit 470 Mrd. Yen auf etwa 330 Mrd. Yen.

Andere Hersteller konzentrieren sich aufs Wesetliche und sehen die Entwicklung eher langfristig. „Auch in Krisen müssen wir gute Produkte entwickeln, die den Leuten gefallen“, sagt Kazuo Kashio, Chef des Uhren- und Kameraherstellers Casio. Er kündigte vorerst unveränderte Investitionen an. Auch ein deutliche größerer japanische Konkurrent drückt ausgerechnet im Abschwung auf die Vorlauftaste: Panasonic nimmt viel Geld für die internationale Expansion in die Hand und rechnet damit, an dem für das laufende Jahr geplanten Ergebnis festhalten zu können. „Wir glauben an die langfristige Attraktivität unserer Produkte und geben wegen kurzfristiger Turbulenzen an den Märkten nicht unsere Strategie auf“, sagt Firmenchef Fumio Ohtsubo.

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