Elektronikhersteller muss sparen
Siemens-Handys machen BenQ zu schaffen

Die Übernahme des angeschlagenen Handygeschäfts von Siemens lastet schwer auf dem Elektronikhersteller BenQ. Im ersten Quartal mussten die Taiwaner wegen hoher Restrukturierungskosten einen Verlust von rund 126 Mill. Euro hinnehmen.

jojo MÜNCHEN. Die Durststrecke wird noch einige Monate andauern. Erst gegen Jahresende werde das Mobilfunkgeschäft profitabel sein, teilte BenQ gestern mit.

Die Asiaten haben die hoch defizitäre Siemens-Sparte im Herbst übernommen. Zuvor hatte der Münchener Technologiekonzern jahrelang vergeblich versucht, mit Handys Geld zu verdienen. BenQ will den Durchbruch jetzt mit einer Vielzahl neuer Telefone schaffen. Seit Jahresbeginn kam bereits ein Dutzend neuer Geräte auf den Markt. Darüber hinaus verlegt sich BenQ aufs Sparen. Alles in allem möchte die Firma 2006 eine halbe Mrd. Euro weniger ausgeben als im Vorjahr. Um 150 Mill. Euro habe das Unternehmen die Kosten bereits gesenkt, hießt es gestern.

Der Chef des Mobilfunkgeschäfts von BenQ, Clemens Joos, sieht die Firma auf einem guten Weg: „Wenn unsere neuen Modelle beim Verbraucher so einschlagen wie wir erwarten, sind wir am Ende des Jahres da, wo wir hinwollen – in den schwarzen Zahlen.“

BenQ erwirtschaftet gut ein Drittel seines Umsatzes mit Handys. Zwei Drittel stammen aus dem Computergeschäft und der Unterhaltungselektronik. Der Umsatz lag im ersten Quartal bei 1,5 Mrd. Euro. Mit der Übernahme des Siemens-Bereichs will BenQ zu den größten Handyherstellern der Welt aufschließen.

Um in die Spitzengruppe vorzustoßen, müssen die Taiwaner allerdings noch kräftig Gas geben. Im ersten Quartal verkaufte BenQ als Nummer sechs weltweit lediglich sieben Mill. Handys. Der nächstgrößere Anbieter, Sony Ericsson, kam nach Berechnungen der Marktforscher von IDC auf 13,3 Mill. Stück. In einer eigenen Liga spielt Weltmarktführer Nokia: Die Finnen setzten mehr als 75 Mill. Geräte ab.

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