Elektronikkonzern
Es geht aufwärts für LG

Südkoreas Nummer 2 versucht aus dem Schatten von Samsung auszubrechen. Große Hoffnungen setzt LG dabei auf neue Oled-Fernseher. Das Juwel des Konzerns ist allerdings Weiße Ware.
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SeoulLG ist in Korea in etwa das, was Panasonic lange in Japan war: Der ewige Zweite hinter dem Riesen. Ein Konzern, der den Ruf hat, preiswerte technische Trends des Pioniers nachzuahmen. Während Rivale Samsung seit Jahren einen Rekordgewinn nach dem anderen einfährt, kehrt LG gerade in die Gewinnzone zurück.

Den Sprung zur Weltmarke hat LG zwar schon lange geschafft. Doch dieses Jahr haben die Koreaner bei Smartphones sogar Nokia überholt und machen auch mit Handys wieder etwas Gewinn. Bei Flachfernsehern rangiert LG nach Samsung auf dem zweiten Rang – und dies im Gegensatz zum Rest der Industrie ebenfalls profitabel.

Inzwischen fordert LG, dessen Name für "Lucky Goldstar" steht, den globalen Branchenprimus Samsung sogar bei Displays der nächsten Generation aus organischen Leuchtdioden (Oleds) technisch heraus. Noch vor seinem Erzrivalen hat das Unternehmen einen großen Oled-TV auf den Markt gebracht. Betriebswirtschaftlich ist dieser Sieg zwar unbedeutend, weil die superflache Riesenflunder sich bei einem Einführungspreis von rund 5000 Euro nur mäßig verkaufen wird. Aber er tut dem Selbstbewusstsein des Unternehmens gut.

Dabei wird bei dem Hype um Handys und Fernseher oft vergessen, dass LGs eigentliches Juwel weiße Ware ist: Kühlschränke, Waschmaschinen und vor allem Klimaanlagen. „Bei Klimaanlagen gehört LG absolut zur Weltspitze", sagt Carsten Lienemann, Korea-Chef vom TÜV Rheinland. Wie bei Panasonic ist diese Sparte derzeit der Geldesel des Unternehmens.

Nach einer Schätzung der japanischen Investmentbank Nomura wird sie 2012 mit 30 Prozent des Umsatzes 53 Prozent des Betriebsgewinns erzielen. Die Gewinnmarge der Sparte ist damit Spitzenreiter im Konzern mit 4,5 Prozent. Die Umsatzrendite von Fernsehern und anderer Heimelektronik dürfte dagegen nur bei 3 Prozent liegen, die von Handys sogar nur bei 0,8 Prozent.

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