Elektronikkonzern
Hollywood wird für Sony zur neuen Baustelle

Sony-Chef Kazuo Hirai muss immer neue Brände löschen: Nach einer hohen Abschreibung im Filmgeschäft senkt der japanische Elektronikriese seine Jahresprognose drastisch. Der Gewinn für das abgelaufene Quartal bricht ein.
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TokioDie riesige Abschreibung im Filmgeschäft schlägt bei Sony voll auf das Jahresergebnis durch. Der japanische Elektronik-Konzern strich die Gewinnprognose für das noch bis Ende März laufende Geschäftsjahr von 60 auf 26 Milliarden Yen (rund 214 Mio Euro) zusammen. Sony hatte die massive Wertberichtigung in Hollywood in Höhe von 112,1 Milliarden Yen (derzeit 922 Millionen Euro) vor allem mit dem unerwartet starken Schrumpfen des Heimvideo-Marktes und schlechteren Aussichten im Kinogeschäft erklärt.

Im vergangenen Quartal waren die Erlöse in Hollywood im Jahresvergleich um 14 Prozent auf 225,2 Milliarden Yen gesunken (1,8 Milliarden Euro). Ein Jahr davor hatten noch Hits wie der James-Bond-Film „Spectre“ und der animierte Streifen „Hotel Transsilvanien 2“ für einen Schub gesorgt.

Auch in den meisten anderen Sony-Bereichen lief es zuletzt nicht rosig. In der Smartphone-Sparte fiel das operative Ergebnis um 12 Prozent auf 21,2 Milliarden Yen (174 Millionen Euro). Und das obwohl der Konzern bereits einen Fokus auf lukrativere Premium-Modelle gesetzt hatte und die günstigeren Wechselkurse einen positiven Beitrag von gut 12 Milliarden Yen leisteten.

Doch während der gewollten Aufgabe des Geschäfts mit günstigeren Modellen sanken die Verkäufe in Europa insgesamt. Der Umsatz der Sparte fiel um über 35 Prozent auf 248,6 Milliarden Yen. Sony verkaufte im vergangenen Quartal noch 5,1 Millionen Smartphones nach 7,6 Millionen ein Jahr zuvor.

Das lange und aufwendig sanierte Heimelektronik-Geschäft schrumpfte um gut 12 Prozent auf 353,4 Milliarden Yen. Sony versucht auch hier, in einem insgesamt schwachen Markt mit dem Fokus auf teurere Modelle gegenzusteuern. Das operative Ergebnis der Sparte fiel um 16,7 Prozent auf 25,9 Milliarden Yen.

Ein Lichtblick war das Spiele-Geschäft mit der Playstation. Der Umsatz legte um 5,2 Prozent auf 617,7 Milliarden Yen (gut 5 Milliarden Euro) zu. Das operative Ergebnis sprang sogar um fast ein Viertel auf 50 Milliarden Yen (410 Mio Euro). Sony verkaufte im Weihnachtsgeschäft 9,7 Millionen Playstation-4-Konsolen nach 8,4 Millionen im Vorjahr.

Insgesamt sank der Konzernumsatz im Ende Dezember abgeschlossenen dritten Geschäftsquartal um 7,1 Prozent auf knapp 2,4 Billionen Yen. Der Gewinn sackt wegen der Abschreibung im Filmgeschäft auf 19,6 Milliarden Yen (161 Mio Euro) ab, von gut 120 Milliarden Yen ein Jahr zuvor. Sony-Chef Kazuo Hirai will jetzt selbst mehr Zeit in Hollywood verbringen, um sich ein besseres Bild von dem Geschäft zu machen, und einen neuen Spitzenmanager für die Studios zu suchen. Der langjährige Chef Michael Lynton hatte das Unternehmen vor einigen Wochen verlassen.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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