Elektronikriese
Samsung entschädigt krebskranke Mitarbeiter

Sind Mitarbeiter von Samsung durch ihre Arbeit in Halbleiter-Fabriken an Krebs erkrankt? Für die Krankheit will Samsung keine Verantwortung übernehmen – sagt aber eine Entschädigung zu.
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SeoulDer südkoreanische Elektronikkonzern Samsung hat sich nach einem jahrelangen Rechtsstreit für Krebserkrankungen bei Arbeitern seiner Chip-Fabriken entschuldigt. Die Arbeiter und ihre Familien würden entschädigt, sagte Samsung-Vizechef Kwon Oh Hyun am Mittwoch.

Die südkoreanische Opposition hatte das Unternehmen und die Regierung zu einer Entschuldigung gedrängt, weil 243 Arbeiter in Chip-Fabriken an seltenen Krebskarten erkrankt oder sogar daran gestorben sind. Darunter waren 114 ehemalige Samsung-Beschäftigte, wie aus einer Resolution des Abgeordneten Sim Sang Jeung vom April hervorgeht.

Samsung betonte, dass die Entschuldigung nicht bedeute, dass es einen Zusammenhang zwischen den in den Fabriken verwendeten Chemikalien und Krebs oder anderen Krankheiten eingestehe. Dennoch war die Erklärung vom Mittwoch ein abrupter Kurswechsel für Samsung, das solche Aufforderungen zur Entschuldigung bisher immer abgewehrt hatte. Die Firma unterstützte auch die staatliche Behörde für Entschädigungen in ihrem Bemühen, Ansprüche der Arbeiter abzuwehren.

In drei von rund einem Dutzend Fällen hatten Gerichte in Südkorea eine Entschädigung der Arbeiter gefordert. Die zuständige Behörde, die von südkoreanischen Firmen Beiträge für die Abwicklung von Schadensersatzansprüchen von Angestellten erhält, hatte jedes Mal Berufung eingelegt. Nun sagte Kwon, man werde sich an den entsprechenden Gerichtsverfahren nicht mehr beteiligen.

„Wir bedauern, dass eine Lösung für dieses heikle Thema nicht rechtzeitig gefunden wurde und wir wollen diese Möglichkeit nutzen, den betroffenen Menschen unsere ehrlichste Entschuldigung auszudrücken“, hieß es in der Erklärung Kwons.

Die Vorwürfe gegen Samsung bestehen schon seit Jahren. Einer breiteren Öffentlichkeit wurden sie durch den Tod einer 23-jährigen Arbeiterin an Leukämie im Jahr 2007 bekannt. Ihr Schicksal und der Kampf ihres Vaters für eine Entschädigung wurden verfilmt.

Der oppositionelle Abgeordnete Sim und die Opfervertreterorganisation SHARP begrüßten die Entschuldigung Samsungs und riefen das Unternehmen auf, mit den Verhandlungen über die Details der Entschädigungszahlungen zu beginnen.

Nach Angaben von Beobachtern ist die Krebs-Kontroverse ein Thema, das Samsung-Chef Lee Kun Hee ad acta legen will, bevor er die Führung des Konzerns an seinen Sohn übergibt. Der 77-jährige Lee hatte am Samstag einen Herzinfarkt erlitten. Er liegt im stabilen Zustand in einem Krankenhaus.

Agentur
ap 
Associated Press / Nachrichtenagentur

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