Entscheidung kommt nicht überraschend
Bei Infineon rollen weitere Köpfe

Der neue Vorstandschef von Infineon räumt auf. Nur fünf Tage nach seinem Amtsantritt hat Max Dietrich Kley jetzt erste personelle Konsequenzen gezogen. Drei hochrangige Manager des Chipherstellers mussten heute Morgen ihre Schreibtische räumen, erfuhr das Handelsblatt aus Unternehmenskreisen. Und weitere Entlassungen stehen an.

MÜNCHEN. Betroffen sind Matthias Poth, der für einige der wichtigsten Zentralfunktionen bei Infineon zuständig war. Darüber hinaus muss Annika Farin gehen, die bislang den Bereich „People and Organization" verantwortete. Zudem entließ Kley den Pressesprecher des Konzerns, Christoph Sieder. Alle drei galten als enge Vertraute von Ex-Infineon-Chef Ulrich Schumacher. Dem 45-Jährigen war vom Aufsichtsrat am vergangenen Donnerstag der Rücktritt nahe gelegt worden. Schumacher hatte den Rückhalt in Aufsichtsrat und unter seinen drei Vorstandskollegen verloren und den Konzern noch am selben Tag verlassen. Daraufhin übernahm der bisherige Aufsichtsratschef Max Dietrich Kley die Führung der früheren Siemens-Tochter.

Der Abgang der drei Manager kommt nicht überraschend. Seit dem Sturz von Schumacher gab es Gerüchte, seine engsten Mitarbeiter müssten bald gehen. Poth war unter anderem für Investor Relations, für die Kommunikation und das Marketing zuständig. Farin wird offenbar für die vielfach kritisierte Personalpolitik von Infineon verantwortlich gemacht. Schumacher hatte vergangenes Jahr viel Prügel für seine Pläne einstecken müssen, sich künftig jedes Jahr von den schwächsten Mitarbeitern des Konzerns zu trennen. In Unternehmenskreisen hieß es, dass es in den nächsten Tagen zu weiteren Entlassungen kommen werde. Das Unternehmen selbst wollte sich dazu gestern aber nicht äußern. Lediglich das Ausscheiden von Poth und Sieder bestätigte der Konzern.

Joachim Hofer
Joachim Hofer
Handelsblatt / Korrespondent München
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