Entscheidung über „SZ 2“ soll Anfang 2005 fallen
Süddeutscher Verlag plant neue Zeitung

Der Süddeutsche Verlag (SV), einer der größten Zeitungsverlage in Deutschland, arbeitet an einem neuen Zeitungsprojekt. Es sei eine Tageszeitung in kleinem Format (ein so genanntes Tabloid) für junge Leser zwischen 19 und 35 Jahren geplant, sagte Hans-Werner Kilz, Chefredakteur der Süddeutschen Zeitung (SZ).

cbu MÜNCHEN. Eine Entscheidung, ob das Objekt kommt, müssten nun die Gesellschafter treffen, fügte SV-Geschäftsführer Klaus Josef Lutz hinzu. Diese werden im ersten Quartal 2005 fallen.

Das Produkt, das intern unter dem Titel „SZ 2“ läuft, sei bereits am Markt getestet worden und gut angekommen. „Das ist in jedem Fall etwas zum Lesen, nicht nur zum Blättern“, betonte Kilz. Die neue Zeitung könnte täglich erscheinen, werde als eigenes Produkt vertrieben und möglicherweise zunächst in München getestet. Der SV hatte erst im vorletzten Jahr seine Jugendbeilage „Jetzt“ eingestellt.

Die Verlagsgruppe Handelsblatt hat im September in Frankfurt „News“ in Tabloid-Form auf den Markt gebracht. Das Objekt laufe gut, sagte ein Verlagssprecher. Es gibt Überlegungen für weitere Standorte. Auch der Axel-Springer- Verlag verkauft derzeit in mehreren Städten „Welt-Kompakt“, eine Tabloid-Version der Tageszeitung „Die Welt“.

SV-Chef Lutz betonte, der Verlag müsse zusätzlichen Umsatz durch neue Projekte machen. Am morgigen Samstag bringt der Verlag deshalb „SZ Wissen“ mit einer Startauflage von 200 000 Exemplaren an die Kioske. Gestern startete „Die Zeit“, die wie das Handelsblatt im Holtzbrinck-Verlag erscheint, „Zeit-Wissen“ mit 250 000 Exemplaren. Beide Objekte haben Leser im Visier, die sich für wissenschaftliche Themen interessieren.

Der Süddeutsche Verlag hat wie die gesamte Branche in den vergangenen Jahr eine tiefe Krise durchgemacht. Bei starken Umsatzrückgängen gab es 2001 und 2002 rote Zahlen, 2003 ein kleines Plus. Die Probleme seien nun überwunden, so Lutz: „Wir sind über den Berg.“ Für 2004 rechnet der SV wieder mit Gewinnen. Der Konzerumsatz, der 2003 bei 625 Mill. Euro lag, soll um etwa 4,5 Prozent steigen. Besonders gut entwickele sich das Geschäft bei der „Süddeutschen Zeitung“. Allein beim Buchprojekt SZ-Bibliothek seien inzwischen über 7,5 Millionen Bücher verkauft worden.

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