Entwicklerkonferenz I/O
Google verkündet die KI-Revolution

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Jagd auf Amazon

Bislang unterscheidet sich Googles Bilderkennungsintelligenz nur unwesentlich von dem, was andere Hersteller bereits zeigten. Das soziale Netzwerk Facebook etwa stellte bei seiner Entwicklerkonferenz F8 eine ähnliche Bilderkennungssoftware für Fotos vor, inklusive Funktionen für Augmented Reality (erweiterte Realität), bei der aus Nutzersicht Zusatzelemente eingeblendet werden.

Doch Analysten schätzen, dass sich Google im Kampf um die Vorherrschaft bei künstlicher Intelligenz langfristig durchsetzen könne. „Googles breite kognitive Fähigkeiten und die großen Datenbanken sind definitiv ein Vorteil im Rennen um die Dominanz bei künstlicher Intelligenz”, sagt Adam Wright vom Marktforscher IDC.

Um die Erfahrung der Nutzer mit dem eigenen Assistenten besser kontrollieren und permanent verbessern zu können, produziert Google inzwischen eigene Hardware-Produkte und baut deren Ökosystem permanent weiter aus. 70 Hersteller von vernetzten Geräten für das Zuhause arbeiten inzwischen mit dem Konzern zusammen.

Googles „Home“-Lautsprecher wird künftig in weiteren Ländern verfügbar sein, darunter in Deutschland und Frankreich. Er rückt damit weiter ins Leben der Nutzer vor und tritt künftig weniger passiv auf. Statt wie bisher nur auf konkrete Kommandos zu antworten, wird Home den Nutzer künftig von sich aus aktiv ansprechen, zum Beispiel um ihn vor einem Termin zu informieren, dass er aufbrechen muss.

Auch Telefonate sollen künftig über den Lautsprecher möglich sein, dabei soll Googles Maschinenintelligenz die Stimme des jeweiligen Nutzers erkennen. Ebenfalls zugreifen soll Home auf Google TV und die Musikplattform Spotify.

Mit den neuen Funktionen macht Google jagt auf Amazon, das nach einer Prognose von E-Marketer das Geschäft mit smarten Assistenten mit einem Marktanteil von 70,6 Prozent dominiert. Google folgt mit großem Abstand und 23,8 Prozent.

Der Kampf um das vernetzte zu Hause spitzt sich zu. Vergangene Woche präsentierte Amazon die nächste Generation seines „Echo“-Lautsprechers, der einen Touchscreen besitzt. Auch Microsoft drängt in den Markt und zeigte den hauseigenen smarten Lautsprecher Invoke, produziert von der zu Samsung gehörenden Marke Harman Kardon, in dem künftig Microsofts Sprachassistent Cortana steckt. Wie Home und Echo kann auch Invoke Anrufe vermitteln, greift auf Windows-Anwendungen zu und fungiert als DJ oder Kalender-Manager.

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  • Zum Ausschnitt aus dem HB-Artikel „Risiko Microsoft“ gestern, 17.5.17 in der HB-Printausgabe:

    „Darf sich ganz Europa trotzdem weiterhin blind darauf verlassen, dass Microsoft Produkte liefert, die Kriminellen, Terroristen und Geheimdiensten kein Einfallstor bieten?
    Kontrollen sind nicht möglich, denn der US-Konzern gibt den Quellcode seiner Programme nicht bekannt.“

    sag‘ ich nur:

    Transparenz. Und damit Vertrauen.

    Klar geht das nicht von jetzt auf gleich.

    Aber ein bisschen schneller, bitte.

  • Auszug aus dem HB-Artikel zum Thema „Digitale Revolution“ („Die Masse macht’s“, gestern, 17.05.17 in der HB-Printausgabe und http://www.handelsblatt.com/my/unternehmen/it-medien/trainieren-kuenstlicher-intelligenz-wie-billigjobber-computern-das-denken-beibringen/19804542.html):

    „Damit ein Mensch seinen Lebensabend in den eigenen vier Wänden verbringen konnte, hatte man früher eine Großfamilie. Heute erledigen den Job professionelle Pflegekräfte, vorausgesetzt, die Familie kann sie sich leisten."

    Weiter: "Wenn es nach (…) geht, werden auch die Pflegekräfte eines Tages überflüssig. Schon bald will er eine künstliche Intelligenz auf den Markt bringen, die die älteren Menschen und ihre Pfleger unterstützt.“

    Und, jetzt kommt’s:

    „Bis sie ganz ohne Menschen funktioniert, wird es aber noch dauern.“

    Falsche Richtung bei der Ausrichtung künstlicher Intelligenz. So weit wird es hoffentlich nie kommen.

    Das Richtige wäre, sie (die KI) dazu zu nutzen, unser Demokratiesystem schnellstmöglich dahingehend „umzubauen“, dass folgende Voraussetzungen erfüllt sind:

    Dass 1.) geeignete professionelle Pflegekräfte – das sind die, die ihren Beruf wirklich lieben und deshalb auch gut und gerne machen – ihrer Bedeutung für das Funktionieren unserer Gesellschaft entsprechend bzw. gemäß finanziell ausgestattet werden und dass 2.) JEDER, der auf sie angewiesen ist, sie sich von seiner finanziellen Ausstattung her auch „leisten“ kann.

    Das ist das auch zu schaffen, wenn der oben angesprochene Umbau des Demokratiesystems - hin zur Schaffung der infrastrukturellen Voraussetzungen dafür, dass wirklich jeder Einzelne mitreden darf erfolgreich bewältigt wird.

    Pflegebedürftige Menschen statt von Menschen nur noch von Robotern pflegen zu lassen, wäre schlicht unmenschlich.

  • ... und sie öffnen die "Büchse der Pandora"

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