Ergebnisprognose angehoben
Software AG zeigt SAP die lange Nase

Bisher galt in der deutschen Software-Branche eine Regel: Wenn SAP hustet, hat der Rest die Grippe. Zuletzt hatte SAP kräftig gehustet und zum Beispiel seine Mitarbeiter zum Urlaubsverzicht aufgefordert. Dagegen geht es dem kleineren Konkurrenten Software AG gut: Das Unternehmen hob die Ergebnisprognose an.

HB DÜSSELDORF/FRANKFURT. Die Software AG hat trotz des trüben Marktumfelds seine Ergebnisprognose für das laufende Jahr leicht angehoben. Für 2008 gehe das zweitgrößte deutsche Softwarehaus nun von einer Umsatzrendite vor Zinsen und Steuern zwischen 24 und 25 Prozent aus, sagte Finanzvorstand Arnd Zinnhardt am Freitag der Nachrichtenagentur Reuters. Bisher hatte das Darmstädter Unternehmen eine Ebit-Marge von 24 Prozent angepeilt. Damit setzt sich die Software AG vom Konkurrenten SAP ab, der wegen der flauen Wirtschaftsentwicklung zuletzt Einbußen verbucht hatte.

"Wir gehen davon aus, dass wir auch im nächsten Jahr weiter wachsen", sagte Zinnhardt. Der Umsatz solle dann nach ersten, "vorsichtigen" Planungen währungsbereinigt um vier bis acht Prozent zulegen, die Ebit-Marge soll auf 24,5 bis 25,5 Prozent wachsen. Im vorbörslichen Handel lag die Aktie sechs Prozent im Plus. "In so einem Marktumfeld die Prognosen anzuheben, ist nicht von schlechten Eltern", sagte ein Händler.

Die Zuversicht gründet sich auch auf das stark wachsende Geschäft in Brasilien, wo die Software AG den Vertrieb zu Jahresbeginn selbst in die Hand genommen hat. Dort erwarte er bis 2010 erhebliche Umsatzzuwächse, sagte Zinnhardt. "Das hilft uns ein Stück weit, uns von der allgemeinen Entwicklung abzukoppeln."

Dies gelang der Software AG auch im dritten Quartal. Von Juli bis September legte der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) stärker als erwartet um 50 Prozent auf 48,7 Mio. Euro zu. Die Ebit-Marge schnellte auf 27 von 20,5 Prozent. Dabei profitierte das Unternehmen vor allem vom langfristig angelegten Geschäft mit Programmen für Großrechner (ETS), das um 15 Prozent wuchs. "Wir sehen hier keine Investitionszurückhaltung und erwarten auch künftig keine massive Kaufzurückhaltung", sagte Zinnhardt. Beim zweiten Standbein - Integrationssoftware, die das Zusammenspiel alter Systeme mit neuen ermöglicht - habe sich das Marktumfeld aber eingetrübt. "Wir müssen zusätzliche Hürden erklimmen", sagte der Manager.

In den USA laufe das Geschäft trotz der jüngsten Turbulenzen in der Bank- und Immobilienbranche gut. "Wir haben durch die Finanzkrise zunächst keine Kunden verloren", sagte Zinnhardt.

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