Eröffnung IT-Gipfel
IT-Branche und Politiker streiten um Datenschutz

In Dresden ist der IT-Gipfel eröffnet worden. Branchengrößen wie Telekom-Chef Obermann treffen sich hier mit Politikern, allen voran Kanzlerin Angela Merkel. Es geht um so manches brisante Thema. Zum Start gab es aber zunächst einmal ein eher fröhliches Ereignis.
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HB DRESDEN. Mit der Freischaltung der einheitlichen Behördennummer 115 für Dresden ist der IT-Gipfel in der sächsischen Landeshauptstadt eröffnet worden. Bundesinnenminister Thomas de Maizière und Oberbürgermeisterin Helma Orosz (beide CDU) wählten die neue Rufnummer am Dienstagvormittag an und gaben sie damit offiziell frei. Dresden ist damit die erste Stadt Sachsens, in der Bürger unter der 115 Auskünfte über Leistungen, Zuständigkeiten und Öffnungszeiten sämtlicher Ämter erhalten.

Die Behördennummer wird in Deutschland vorerst in mehreren Modellregionen in acht Bundesländern eingeführt, darunter auch Dresden. Start des Pilotprojektes, das maßgeblich vom Bundesinnenministerium und dem Land Hessen organisiert wird, war 2009.

De Maizière erklärte im Anschluss, die IT-Technologie sei eine Schlüsselbranche vor allem für die Infrastruktur. „Sie ist von ausschlaggebender Bedeutung beispielsweise für die Strom- und Wasserversorgung“, sagte er der Nachrichtenagentur dapd. Die große Herausforderung sei es, die Chancen zu nutzen und trotz der rasanten technologischen Entwicklungen den Datenschutz zu wahren.

Außerdem wurden zum Start des Gipfels neue Zahlen zum Standort Deutschland vorgelegt: Im Geschäft mit Informationstechnik und Telekommunikation liegt Deutschland im internationalen Vergleich nach wie vor auf dem siebten Platz. „Wir wissen, dass wir noch einiges tun können, aber der Platz sieben ist doch eine beachtliche Leistung“, sagte der Parlamentarische Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium, Hans-Joachim Otto, auf einer Pressekonferenz zum Auftakt des Gipfels.

Zusätzliche Anstrengungen seien bei der Forschungsförderung und bei der Behebung des Fachkräftemangels in der Branche erforderlich. „Dieser wird im Moment auf etwa 30 000 beziffert, die Zahl wird aber sicherlich noch steigen“, sagte Otto. „Fehlende Fachkräfte bedeuten auch Wachstumsverluste, und deswegen müssen wir schnell handeln.“

In der Gesamtplatzierung erreicht der IT-Standort Deutschland 59 Prozent der maximalen Leistung und liegt damit hinter Schweden und Großbritannien; an der Spitze verdrängte Südkorea die USA auf den zweiten Platz. In Einzelbereichen stellt die am Dienstag vom Bundeswirtschaftsministerium vorgelegte Studie des Instituts TNS Infratest aber „zum Teil dramatische Rückgänge“ fest. So fiel Deutschland bei der unter anderem an den Umsätzen gemessenen Marktbedeutung vom sechsten auf den siebten Platz zurück und liegt damit hinter China. Die Ergebnisse beziehen sich allerdings noch auf das von der globalen Wirtschaftskrise geprägte Jahr 2009.

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