EuGH-Urteil
Google wird „Recht auf Vergessen“ umsetzen

Google zeigt Verständnis für das Urteil des Europäischen Gerichtshofs zum „Recht auf Vergessen“. Ab jetzt muss Google sensible persönliche Daten unter bestimmten Umständen aus der Liste der Sucherergebnisse löschen.
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BerlinDer US-Internetgigant Google zeigt gewisses Verständnis für das Urteil des Europäischen Gerichtshofs zum „Recht auf Vergessen“. „Wir sind zwar enttäuscht von der Entscheidung“, sagte Google-Verwaltungsratschef Eric Schmidt am Mittwochabend in Berlin. Aber die EU-Richter gingen die Probleme an, die die Menschen hätten. Deshalb werde Google „hart daran arbeiten“, das Urteil umzusetzen. Denn wenn es den Richtern darum gehe, das Internet zu einem Ort für alle zu machen, sei dies richtig. „Für mich ist wichtig, dass wir im Dialog bleiben“, betonte Schmidt.

Google steht bei der Konkurrenz und auch bei Politikern zunehmend in der Kritik wegen seiner Marktmacht. Der EuGH hatte im Mai entschieden, dass Google unter bestimmten Umständen Verweise auf Internetseiten mit sensiblen persönlichen Daten aus der Liste der Suchergebnisse löschen muss. Die EU-Richter stärkten damit das „Recht auf Vergessen“. Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel erklärte danach, sein Ministerium und das Kartellamt beobachteten, ob Unternehmen wie Google ihre marktbeherrschende Stellung missbrauchten. Als letztes Mittel brachte der Vizekanzler eine Entflechtung des Internet-Giganten ins Spiel, wie sie bei Strom- und Gasnetzen durchgesetzt worden sei. Schmidt kam während seines Berlin-Besuchs auch mit Gabriel zusammen. Ein Google-Sprecher bezeichnete das Gespräch als konstruktiv.

Schmidt äußerte sich bei der Eröffnung eines Campus für Start-Up-Unternehmen, das Google finanziell unterstützt. Der Manager würdigte den Gründergeist. „Deutschland ist auf dem Weg, eine Start-Up-Nation zu werden. Wer hätte das gedacht?“ Wichtig sei, dass man als Unternehmer verrückte Ideen hartnäckig verfolge und umsetze. Schmidt appellierte auch an Investoren, den Firmengründern mit mehr Wagniskapital anfangs auf die Beine zu helfen. Zudem mahnte er, das vor allem die Geschwindigkeit des Internets eine wichtige Rolle spiele und wichtig für die Entwicklung der Wirtschaft sei. „Das deutsche Internet ist nicht das schnellste der Welt.“

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " EuGH-Urteil: Google wird „Recht auf Vergessen“ umsetzen"

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  • „Recht auf Vergessen“ ? Auch wenn Google Daten von unseren Politikern löscht, werde ich nie vergessen...!
    Hier geht es überwiegen nur um Zensur, weiter nichts.

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