Existenzieller Prozess gewonnen - Aktie haussiert
Intertainment darf wieder hoffen

Das Medienunternehmen Intertainment hat einen für die eigene Zukunft existenziellen Schadensersatzprozess gegen den US-Filmproduzenten Franchise Pictures gewonnen. Nun kann Intertainment aufs Überleben hoffen.

HB MÜNCHEN. „Intertainment wird es weiterhin geben“, sagte Konzernchef Rüdiger Baeres am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. Es sei eine entscheidende Hürde für die Rettung des Unternehmens genommen worden.

Eine US-Jury verurteilte den früheren amerikanischen Partner von Intertainment, Elie Samaha, und Firmen von ihm wegen betrügerisch überhöhter Budgets zur Zahlung von 77,1 Mill. Dollar Schadenersatz. Der Intertainment-Aktienkurs sprang um zeitweise mehr als 75 % auf 6,25 €.

Intertainment stritt seit drei Jahren mit Samaha und seinem Franchise-Pictures-Konzern. Die Münchner hatten sich verpflichtet, von Franchise produzierte Filme abzunehmen. Dabei legte Franchise dem Urteil zufolge dem deutschen Partner überhöhte Planungen und Rechnungen vor. Banken und Versicherungen in den USA wurden dagegen die tatsächlichen Budgets präsentiert.

Ein Anwalt von Franchise ließ zunächst offen, ob das Unternehmen die Entscheidung anfechten wird. Das Gericht will am Donnerstag über weitere Strafzahlungen gegen Franchise beraten, die in die Hunderte Mill. Dollar gehen könnten.

Zwar ist unklar, ob das Geld wirklich in voller Höhe an Intertainment fließen wird. Das Unternehmen rechnet sich nun aber gute Chancen in den begleitenden Verfahren gegen die Comerica Bank und zwei Versicherungsgesellschaften aus. Die Jury in Santa Ana bei Los Angeles muss zudem noch über zusätzliche Strafzahlungen von Samaha und seinen Firmen an Intertainment entscheiden.

Der Rechtsstreit hatte das operative Geschäft von Intertainment praktisch zum Erliegen gebracht. Das Unternehmen ist in seiner Existenz bedroht, weil es eigentlich im Juni einen 16-Millionen-Euro-Kredit an die HypoVereinsbank zurückzahlen muss. Baeres zeigte sich aber zuversichtlich, dass eine Lösung in Verhandlungen mit der HVB gefunden wird. „Ohne das Thema Hypo sind wir eine schuldenfreie Firma.“

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