Expansion durch Firmenkäufe
Peoplesoft-Übernahme drückt Oracle-Gewinn

Der Softwareriese Oracle expandiert durch den Kauf der amerikanischen Softwarefirmen Peoplesoft und Retek und macht damit dem globalen Branchenführer SAP bei Unternehmenssoftware vor allem in Nordamerika stärkere Konkurrenz. Die milliardenschwere Peoplesoft-Übernahme hat den Gewinn des US-Softwarekonzerns im dritten Geschäftsquartal aber auch geschmälert.

HB NEW YORK. Der Netto-Gewinn sei in den drei Monaten auf 540 Mill. Dollar oder zehn Cent je Aktie von 635 Mill. Dollar oder zwölf Cent je Anteilschein vor einem Jahr gesunken, teilte das im kalifornischen Redwood Shores ansässige Konzern am Dienstag nach US-Börsenschluss mit. Unmittelbar zuvor hatte Oracle auch den Bieterwettstreit mit dem deutschen Konkurrenten SAP AG um das US-Softwareunternehmen Retek für sich entschieden. Der Konzern wird nun für 670 Mill. Dollar die kleinere Softwarefirma übernehmen. Für Peoplesoft hatte Oracle vor zwei Monaten rund 10,6 Mrd. Dollar auf den Tisch legen müssen.

Ohne Sonderposten seien je Aktie 16 Cent verdient worden, teilte das Unternehmen weiter mit. Die Umsätze seien auf 2,95 Mrd. von 2,51 Mrd. Dollar gesteigert worden. Analysten hatten auf dieser Basis im Schnitt einen Gewinn je Dividendenpapier von 15 Cent bei Erlösen von 3,05 Dollar erwartet.

Oracle setzte in dem am 28. Februar beendeten Neunmonatsabschnitt 7,9 Mrd. Dollar (6,1 Mrd Euro) um oder zwölf Prozent mehr als in der entsprechenden Vorjahreszeit. Der Neunmonatsgewinn stieg um zehn Prozent auf 1,9 Mrd. Dollar oder 36 (Vorjahresvergleichszeit: 32) Cent je Aktie. Der Softwareumsatz legte um 13 % auf 6,3 Mrd. Dollar zu, während sich der Dienstleistungsumsatz um sechs Prozent auf 1,6 Mrd. Dollar erhöhte.

Oracle-Konzernchef Larry Ellison hob das „solide Wachstum im Datenbanken-Geschäft“ hervor. Oracle habe IBM das ganze Jahr lang Marktanteile abgenommen. Oracle hatte im Januar die Unternehmenssoftware-Firma Peoplesoft nach langem Kampf für 10,3 Mrd. Dollar übernommen. Oracle hat außerdem gerade den Hauptkonkurrenten SAP beim Kauf der auf Software für große Einzelhandelsfirmen spezialisierten Retek-Gruppe überboten. Oracle blättert 11,25 Dollar je Retek-Aktie hin oder rund 631 Mill. Dollar.

Durch die Zusammenlegung des Anwendungssoftware-Geschäfts von Oracle und Peoplesoft sei das Unternehmen Marktführer in Nordamerika geworden, erklärte Charles Phillips, der Co-Präsident der Gesellschaft: „Wir wollen unsere Position als Nummer eins in Nordamerika aggressiv ausbauen und unseren globalen Marktanteil erhöhen.“

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