Expansion erfolgreich
Osteuropa hält Ringier bei Laune

Der Schweizer Verlag setzt weniger um, verdient aber mehr.

oli ZÜRICH. Das größte Medienunternehmen der Schweiz, die Ringier-Gruppe, hat im vergangenen Jahr zwar weniger umgesetzt, aber mehr verdient: Der Umsatz sank um 2,1 % auf rund 1 Mrd. sfr (640 Mill. Euro). Der Gewinn stieg von 39,2 Mill. im Vorjahr auf 43,2 Mill. sfr. Ein Boom in Osteuropa, sinkende Rohstoffpreise, ein geringeres Volumen der Schweizer Titel und Sparmaßnahmen führten dazu, dass die Gruppe in einem schrumpfenden Markt immerhin das zweitbeste Ergebnis ihrer Geschichte erzielt hat.

Nach Ansicht von Verwaltungsratspräsident Michael Ringier zahlt sich damit aus, was vor 15 Jahren begonnen hat: der Ausbau des Geschäfts in Zentral- und Osteuropa. In Tschechien, Slowakei, Ungarn, Rumänien und seit Ende 2003 auch in Serbien gibt Ringier elf Tageszeitungen und 32 Magazine heraus. Zudem überlegt Ringier auch in Kroatien einzusteigen.

In den meisten dieser Länder ist der Schweizer Konzern im Zeitungsbereich die Nummer eins, was zur Folge hat, dass bereits die Kartellbehörden bei Übernahmeplänen verstärkt einschreiten: Ringier musste seine Expansion in Ungarn vorerst stoppen – „ein Problem, dass sie sich erst erarbeiten müssen“, wie Michael Ringier formuliert.

Der Rückzug von Gruner + Jahr aus dem Tageszeitungsgeschäft in Osteuropa eröffne allerdings neue Chancen, dort Marktpositionen zu erobern. Sollten andere auf die Idee kommen, Ringier in die Quere zu kommen, werde eine „Abwehrschlacht um jeden Preis“ geführt.

Ringier will sich aus Rücksicht auf bevorstehende „Abwehrschlachten“ in diesem und nächsten Jahr bei Investitionen zurückhalten. So wird das deutsche Monatsmagazin „Cicero“, dessen zweite Nummer heute erscheint, bis auf weiteres die letzte große Investition der Schweizer bleiben. Die Zeitschrift entwickele sich wie geplant, sagte Ringier. Drei bis fünf Jahre wolle er sich Zeit lassen, um zu testen, ob das Magazin von Anzeigenkunden und Lesern akzeptiert werde.

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