Expansion soll fortgesetzt werden
Telekom Austria geht es noch gut

Das österreichische Kommunikationsunternehmen Telekom Austria stemmt sich gegen den negativen Trend der Branche. Am Mittwoch hat Telekom Austria befriedigende Zahlen vorgelegt.

HB WIEN. Der Umsatz verbesserte sich um 15,9 Prozent auf 2,3 Mrd. Euro, das Betriebsergebnis wuchs um 39,9 Prozent auf 414,1 Mill. Euro. Der Gewinn stieg um 53,2 Prozent auf 285 Mill. Euro. Dabei ist das zweite Quartal noch geringfügig besser als das erste ausgefallen: Das Betriebsergebnis beispielsweise legte um 52,3 Prozent auf 192,5 Mill. Euro zu.

Analysten wie etwa die der Deutschen Bank hoben hervor, dass Zahlen und Ausblick den Erwartungen entsprechen, „was in diesem Umfeld durchaus positiv ist“. Sie dürften damit auf Branchenriesen wie die Deutsche Telekom oder auch kleinere Wettbewerber wie die Swisscom anspielen, deren Halbjahresergebnisse weniger überzeugend ausgefallen sind. Kurzfristig interessant ist auch ein umfangreicher als erwartetes Aktienrückkaufprogramm der Österreicher. Der Kurs der Aktie, der in den vergangenen Tagen gelitten hatte, konnte gestern an der Börse in Wien zulegen. 25,4 Prozent der Anteile an der Telekom Austria hält nach wie vor eine Staatsholding, die damit einer Übernahme des Unternehmens einen Riegel vorschieben kann.

Ganz frei können sich allerdings auch die Österreicher nicht von jenem Trend machen, der die gesamte Branche belastet: Das Festnetz-Geschäft schrumpft und auch immer neue technisch verbesserte Angebote können diesen Prozess nicht aufhalten. Die Telekom Austria warnte deswegen gestern, dass das Ergebnis im Festnetz-Bereich in diesem Jahr schlechter ausfallen könnte als ursprünglich erwartet.

Für die Österreicher besteht darin eine besondere Gefahr: Wenn die Kunden vom Festnetz zum Mobilfunk wechseln, haben sie eine größere Anzahl von Anbietern zur Wahl. Hier ist vor allem die Deutsche Telekom, die im April den viertgrößten Mobilfunkbetreiber Österreichs übernommen hat, der Telekom Austria dicht auf den Fersen. Grund für die soliden Zahlen der Österreicher ist ihr Engagement in Osteuropa. Nach Ansicht der Analysten der UBS „kompensiert die Stärke im internationalen Geschäft einige Schwächen in Österreich“. Im Mobilfunk stammen bereits 63 Prozent der Kunden von einer der ausländischen Tochtergesellschaften der Telekom Austria.

Der neue Konzernchef Boris Nemsic, der gestern zum ersten Mal die Ergebnisse der ganzen Gruppe präsentierte, bekräftigte vor diesem Hintergrund seinen Willen zur Expansion. In Bosnien sei die Telekom Srpske zum Verkauf ausgeschrieben. 65 Prozent des Unternehmens sollen privatisiert werden. Es sei möglich, dass in Bosnien noch zwei weitere Mobilfunkbetreiber privatisiert würden. Nemsic rechnet mit einer Entscheidung des Parlaments darüber in etwa zehn Tagen. Eine weitere Privatisierung steht in Serbien an.

Die Österreicher hatten bei ihrer Expansionsstrategie kürzlich einen Rückschlag hinnehmen müssen, als sie in Serbien beim Verkauf des Mobilfunkbetreibers Mobi 63 überboten wurden. Das umfangreichere Aktienrückkaufprogramm dürfte insofern jetzt auch aus der Notwendigkeit entstanden sein, vorhandenes Kapital wertsteigernd einzusetzen.

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