Experten erwarten Boom beim IP-TV
Internetfernsehen bedroht Kabelnetzbetreiber

Die Internettelefonie Voice over IP ist derzeit in aller Munde und bedroht mehr und mehr den traditionellen Festnetzanschluss. Auch für das TV-Kabel zieht jetzt eine ernstzunehmende Gefahr auf: Das Internetfernsehen TV over IP. Mancher prophezeit schon das langfristige Ende der Kabelnetze. Allerdings müssen dafür noch einige rechtliche Probleme aus dem Weg geräumt und die breite Zuschauergunst gewonnen werden.

DÜSSELDORF. Die Geiselgasteiger Bavaria Production Services GmbH stieg vor zwei Jahre ins Internetfernseh-Geschäft ein. Inzwischen hat die 100-prozentige Tochter der Bavaria Film GmbH schon acht TV-over-IP-Sender auf die Beine gestellt. Gewinne schrieb der Bereich bereits kurz nach dem Start, berichtet Geschäftsführer Marc Böckenförde. Noch sind es aber meist sehr spezielle Mitarbeiter- und Unternehmenssender wie PEP-TV vom Autobauer BMW oder die Programme der spanischen VW-Tochter Seat, die ihren Weg über Internet oder Intranet zum Zuschauer finden.

Jedoch erwartet der Chef der Medienanstalt Berlin Brandenburg, Hans Hege, dass in den kommenden Jahren Kabelnetzen und Satelliten mit dem Internetfernsehen ein ernstzunehmender Konkurrent erwächst. Dem Branchenkenner zufolge tun die Kabelgesellschaften derzeit zu wenig, um ihr Angebot weiterzuentwickeln. In Italien, Frankreich und Hongkong habe sich IP-TV als Kabelersatz bereits etabliert – auch Breitenfernsehen werde dort mittlerweile via DSL-Leitung empfangen, sagt Hege.

Der mit Abstand größte Kabelnetzbetreiber der Bundesrepublik, Kabel-Deutschland, weist die Kritik allerdings zurück und sieht sich mit einem „enormen Zeit-, Technologie- und Qualitätsvorsprung“. Der Kunde habe bereits jetzt die Möglichkeit, Fernsehen, Radio und Internet über die TV-Leitung zu empfangen. Im Laufe des Jahres sollen dann auch Telefongespräche über Kabel möglich sein, sagte ein Sprecher. Weitere Angebote wie das hochauflösende Fernsehen seien in Planung.

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