Facebook-Börsenpläne
Das Web 2.0 wird erwachsen

Das Web 2.0 entwächst den Kinderschuhen. Allem Anschein nach bereitet das Online-Netzwerk Facebook einen Börsengang vor, ebenso wie der Kurznachrichtendienst Twitter. Die Investoren will Facebook-Gründer Zuckerberg aber auch künftig nicht mitreden lassen.
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DÜSSELDORF. Der 25-jährige Facebook-Chef Mark Zuckerberg hatte noch im Frühjahr verkündet, ein Börsengang sei Jahre entfernt. Doch offenbar steuert sein Online-Netzwerk nun einen Börsengang an. Nach dem Vorbild der Suchmaschine Google führt Facebook zwei Kategorien von Aktien ein. Klasse B-Aktionäre sollen nach Informationen des "Wall Street Journal" zehnmal so viele Stimmrechte haben wie Klasse-A-Aktionäre. Damit behalten die bisherigen Eigner, die zusammen mehr als 600 Mio. Dollar investiert haben, auch künftig die volle Kontrolle über das Online-Netzwerk.

"Das ist ein klarer Hinweis darauf, dass sie sich für den Börsengang vorbereiten", sagte Francis Gaskins, Chef des Börsendienstleisters IPODesktop.com laut Nachrichtendienst Bloomberg. Ein Firmensprecher sagte aber, ein unmittelbarer Börsengang stehe nicht bevor.

Das schnell wachsende Internetunternehmen mit derzeit 300 Millionen registrierten Nutzern weltweit will die Investoren bei der Strategie oder gar im operativen Geschäft auch künftig nicht mitreden lassen. "Es ist genau das, was Google vor langer Zeit auch getan hat", sagte Analyst Ben Schachter von Broadpoint Am-Tech der Nachrichtenagentur Reuters.

Damit kommt wieder Schwung in die Web 2.0-Szene. Auch der Kurznachrichtendienst Twitter hatte vor wenigen Tagen einen Börsengang in ein paar Jahren angekündigt. Twitter - Mitgründer Biz Stone sagte, ab einem gewissen Zeitpunkt sei ein Börsengang eine Option. Bei Twitter handelt es sich um einen Kurznachrichtendienst, bei dem der Nutzer maximal 140 Zeichen versenden kann. Twitter wurde erst vor drei Jahren als Forschungsprojekt von Biz Stone, Jack Dorsey und Evan Williams gegründet. Trotz des Erfolgs bei den Nutzern fehlt bislang ein erfolgreiches Geschäftsmodell.

Twitter plant neues Werbekonzept

Im nächsten Jahr will der Verlustbringer nach Angaben von Biz Stone in die schwarzen Zahlen kommen. Denn Twitter plant auch Werbung in den Kurznachrichten zu erlauben. Wie die Nutzer auf die unwillkommene Reklame reagieren, wird allerdings zur Nagelprobe für Twitter. Laut Stone wird die Werbung anders gestaltet, als die Nutzer es bislang im Internet gewohnt sind. Wie das Konzept aber genau aussieht, wollte der Web 2.0-Unternehmer nicht sagen. "Wir wollen eine Firma aufbauen, die es lange Zeit geben wird", sagte Stone.

Unterstützung erhalten Twitter und Facebook derzeit von Microsoft. Die konzerneigene Suchmaschine Bing hat eine Vereinbarungen mit Twitter und Facebook geschlossen. Der Softwareriese teilte mit, seine Suchmaschine werde in Echtzeit Zugriff auf die Daten der Internetdienste erhalten. Microsoft kämpft mit Bing gegen die marktbeherrschende Suchmaschine Google. Nach Unternehmensangaben sei die getroffene Vereinbarung aber nicht exklusiv.

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