Facebook
Maschinenintelligenz gegen den Terror

Mark Zuckerberg will mithilfe von Algorithmen zur Bild- und Texterkennung Propaganda von Terroristen bei Facebook schneller finden. Die Initiative soll Anti-Facebook-Gesetze verhindern.
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Markenverantwortliche reagieren empfindlich, wenn ihre Anzeigen in einem Umfeld auftauchen, in dem wenig Kauflaune aufkommt. Das verdeutlichte zuletzt das Beispiel Youtube. Über 250 Unternehmen zogen im März Werbebudgets im großen Stil ab, nachdem ihre Spots vor rassistischen, antisemitischen Videos und Terror-Spots gezeigt worden waren. Der Schaden für Konzernmutter Alphabet könnte sich bis Jahresende auf Umsatzausfälle in Höhe von bis zu 750 Millionen Dollar belaufen, schätzen die Analysten von Nomura Instinet.

Facebook-Chef Mark Zuckerberg will verhindern, dass seiner Firma ein ähnliches Szenario droht. Auch das blaue Imperium gerät immer wieder mit Mord-Videos und Propaganda-Inhalten in die Schlagzeilen. Von politischer Seite wächst der Druck. Justizminister Heiko Maas (SPD) will den Konzern per Gesetz zwingen, hetzerische Beiträge schneller zu entfernen. Auch die britische Premierministerin Theresa May und Frankreichs Regierungschef Emmanuel Macron sehen nach der Serie von Anschlägen Handlungsbedarf. Das Duo stellte diese Woche eine Anti-Terror-Strategie vor, die sich auch gegen einen laschen Umgang mit radikalen Inhalten im Netz wendet.

Zuckerberg muss zeigen, dass seine Plattform mehr gegen Terror unternimmt. Er wolle im Kampf gegen Propaganda künftig stärker auf künstliche Intelligenz setzen, teilte der Gründer per Facebook-Post mit. Intelligente Software könne „potentielle terroristische Inhalte und Profile schneller finden, als es Menschen möglich ist”, so Zuckerberg. Algorithmen zur Text- und Sprachanalyse sollen etwa automatisch erkennen, wenn ein Nutzer versucht, bereits geblockte Inhalte erneut hochzuladen. Software zur Bild- und Video-Erkennung gleicht Aufnahmen mit in Datenbanken hinterlegten Fotos oder Videos bekannter Terroristen ab. Das kann verhindern, dass sich ein bereits von der Plattform verbannter Radikaler erneut anmeldet.

„Künstliche Intelligenz kann uns helfen, unsere Gemeinschaft zu schützen und wir haben eine große Verantwortung, das zu tun”, schrieb Zuckerberg. Angesichts der puren Masse der Daten von zwei Milliarden Facebook-Nutzern weltweit, bleibt dem Netzwerk allerdings kaum eine andere Wahl, als nach einer automatisierten Lösung zu suchen. Facebook zufolge gehen bereits Millionen Meldungen zu problematischen Inhalten Woche für Woche bei der Firma ein.

Bislang verlässt sich Zuckerberg bei Hass- und Propagandainhalten vor allem auf Hinweise von Nutzern. Facebook-Mitarbeiter begutachten und löschen gemeldete Beiträge dann gegebenenfalls. Ihre Zahl stockte das Netzwerk Anfang Mai auf. 3000 weitere Mitarbeiter sollen künftig die bislang 4500 Angestellten unterstützen, die von Nutzern gemeldete Beiträge oder Filme kontrollieren.

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