Facebook steigert Gewinn
Zuckerberg beherrscht das Spiel der Macht

Mark Zuckerberg verkündet glänzende Zahlen und einen Aktiensplit. Zwei Drittel seiner Papiere sollen in seine Stiftung fließen. So kann er bei Facebook weiter regieren und gleichzeitig globale Probleme lösen.

San FranciscoMark Zuckerberg mag Drachen, Gedärmflug und wenn Krieger ihre Schwerter kreuzen. Der Facebook-Gründer hat sich anlässlich der aktuellen Quartalsergebnisse seiner Firma als „großer Fan” der Blockbuster-Serie „Game of Thrones” von HBO geoutet, dem ästhetisch ans Mittelalter angelehnten Intrigen-Spiel um Macht und Liebe.

Offen bleibt, mit wem er sich mehr identifiziert: dem Kämpfer auf der Mauer, der ebenfalls nur ein Outfit zu besitzen scheint, der weißhaarigen Drachendame, die ein Volk nach dem nächsten erobert – oder ein bisschen mit beiden. Sicher ist: Zuckerberg schreitet von Sieg zu Sieg und demonstriert dabei, dass er das Spiel mit der Macht beherrscht. So auch am Mittwoch.

Bei der Präsentation der Quartalsergebnisse setzte Zuckerberg ein starkes Signal dafür, dass er noch lange operativ tätig sein will. Der 31-Jährige kündigte einen Aktiensplit im Verhältnis von 3:1 an. Dabei sollen auf jede bisherige Aktie zwei neue stimmrechtslose Aktien (Class C) ausgegeben werden.

Große Angst vor Kontrollverlust

So könnte der Facebook-Chef, der seit dem Börsengang vor allem Class B-Anteile à 10 Stimmen hält, zwei Drittel seiner Aktien, die C-Scheine, schon einmal in die geplante „Chang Zuckerberg Initiative” investieren, ohne Einfluss in der Firma abgeben zu müssen. Der Aktiensplit sichert ihm so weiterhin seine Macht bei Facebook.

Zuckerberg hatte im Dezember angekündigt, langfristig 99 Prozent der eigenen Aktien in die von ihm gegründete stiftungsähnliche Firma zu verlagern. In einem Blogeintrag kündigte er an, mit seiner starken Rolle als Gründer könne er bei Facebook langfristige Entscheidungen treffen, etwa kostspielige Investitionen in die Zukunft tätigen. Gleichzeitig wolle er aber auch mit seiner Stiftung wie angekündigt an der Lösung globaler Herausforderungen wie dem Klimaschutz oder dem Heilen von Krankheiten mitarbeiten.

Die Google-Gründer Larry Page und Sergey Brin hatten vor zwei Jahren ebenfalls zu einem Aktiensplit gegriffen, um finanzielle Mittel loszuschlagen. Hintergrund solcher Maßnahmen ist die große Angst aller Gründer und Programmierer in Silicon Valley, die andere Seite – die Nicht-Techniker, Investoren und Geschäftsmänner – könnte zu viel Einfluss gewinnen. Mahnend steht ihnen das Beispiel von Steve Jobs vor Augen, dem Apple-Gründer, den Ex-Pepsi-Mann John Sculley 1985 aus der eigenen Firma warf. Mit Apple ging es danach jahrelang bergab.

Reichweite weiter gestiegen

Und warum sollte Zuckerberg auch aufhören? Bislang jedenfalls ist die Macht eindeutig mit ihm. Vergangenes Quartal hat Facebook den Gewinn fast verdreifacht und 1,51 Milliarden Dollar (1,3 Milliarden Euro) oder 52 Cents pro Aktie verdient. Der Umsatz stieg um 52 Prozent auf 5,38 Milliarden Dollar, dank gestiegener Erlöse mit Videos und den starken Mobilanzeigen. Ihr Anteil am Werbeerlös beträgt inzwischen 82 Prozent. Werbung macht mit 97 Prozent fast das gesamte Geschäft von Facebook aus.

Besonders eindrucksvoll sind die Resultate in einer Zeit, in der die Konkurrenz nur miese Zahlen einfuhr. Überall Umsatzrückgänge und Gewinneinbrüche, sei es bei Google, Twitter oder Apple. Die Facebook-Aktie hingegen sprang nachbörslich zwischenzeitlich um neun Prozent nach oben. Zuckerberg hatte die Erwartungen der Wall Street übertroffen.

Auch die Reichweite konnte das soziale Netzwerk weiter ausbauen. Es besitzt inzwischen 1,65 Milliarden Mitglieder, ein Anstieg um 60 Millionen in den vergangenen drei Monaten. Die größten Zuwächse verzeichnet Facebook außerhalb von USA oder Europa, zwei Drittel der Facebook-Fans wohnen außerhalb der USA, in Asien, Afrika oder Südamerika.

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