Facebook
US-Aufsicht ermittelt wegen Pannen bei Börsengang

Kaum einen Tag an der Börse, schon schaltet sich die Börsenaufsicht ein: Beim Verkaufsstart der Facebook-Aktie mussten Investoren stundenlang auf die Bestätigung ihrer Kauforder warten. Die SEC sucht jetzt die Ursache.
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Berlin/New YorkNach Pannen an der Technologiebörse Nasdaq beim Börsengang von Facebook hat die US-Börsenaufsicht SEC eine Prüfung des Vorgangs angekündigt. Einige Investoren, die beim Handelsstart am Freitag Aktien gekauft hatten, wussten stundenlang nicht, ob ihre Kauforder durchgeführt worden war. Die Nasdaq teilte um die Mittagszeit mit, sie untersuche „ein Problem bei der Zustellung von Ausführungsnachrichten“ für Facebook-Aktien. Technische Pannen hatten bereits den Handelsstart um eine halbe Stunde verzögert.

Ein Sprecher der Aufsichtsbehörde erklärte am Freitag, der Vorfall werde geprüft, „um die Ursache festzustellen und über erforderliche Schritte zu entscheiden“. Der Facebook-Börsenstart blieb unterdessen hinter den zum Teil hoch gesteckten Erwartungen zurück. An ihrem ersten Handelstag an der New Yorker Wall Street wies die Aktie des Online-Netzwerkes einen Gewinn von 23 US-Cent (18 Euro-Cent) aus. Der Schlusskurs lag am Freitagabend bei 38,23 Dollar. Damit fiel das größte Börsendebüt eines Internetunternehmens am Ende des Tages eher bescheiden aus.

Bereits kurz nach Handelsbeginn um 17.30 Uhr deutscher Zeit fiel die Aktie kurzzeitig auf den Ausgabepreis von 38 Dollar zurück - und raffte sich US-Medienberichten zufolge nur dank der an dem Börsengang beteiligten Banken wieder auf. In den ersten Minuten war die Aktie des weltgrößten sozialen Online-Netzwerks mit rund 900 Millionen Mitgliedern zunächst kurzfristig auf 45 Dollar geschossen, dann sackte der Kurs ab.

Immerhin: Allein bei dem Ausgabekurs von 38 Dollar ergab sich ein Wert des erst acht Jahre alten Unternehmens an der Börse von 104 Milliarden Dollar oder rund 82 Milliarden Euro - so viel wie die DAX-Schwergewichte Bayer und BMW zusammen. Facebook hat mit dem Börsengang 16 Milliarden Dollar eingenommen.

Facebook-Gründer Mark Zuckerberg wischte in einer ersten Stellungnahme den müden Börsengang beiseite und sprach von einem Meilenstein für das Unternehmen: „Unsere Mission ist nicht, eine börsennotierte Firma zu sein. Unsere Mission ist, unsere Welt offener zu machen und stärker miteinander zu vernetzen.“ Er lobte seine 3.500 Mitarbeiter: „In den vergangenen acht Jahren habt ihr die größte Community in der Geschichte der Welt aufgebaut. Ihr habt erstaunliche Dinge getan, von denen wir nie geträumt hätten.“

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Gründer Zuckerberg erscheint nicht an der Wall Street

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  • Die nächste DotCom Blase platzt
    ===============================
    - Eröffnungskurs 38$
    - hoch bei 44,99$
    - Schlußkurs bei 38,23$

    Zitat:
    Die Retter des Aktienkurses am ersten Handelstag sollen laut Informationen der „Washington Post“ ausgerechnet die Banken gewesen sein, die den Börsengang des Internet-Unternehmens vorbereitet hatten: Goldman Sachs, Morgan Stanles und die momentan von einem eigenen Finanzskandal erschütterte Großbank JP Morgan Chase sollen mit massiven Stützungskäufen eingegriffen haben.
    Zitat Ende:

    Der reale Kurs liegt wohl eher bei 14$, Tendenz fallend!
    Ich bin mal auf die Ratings von S&P, Moody's und Fitch gespannt.
    CCC wäre noch gut!

  • Da sitzen doch die beiden schlimmsten Vertreter der Produzenten von finanziellen Massenvernichtungswaffen im Konsortium: Goldman Sachs und die Deutsche Bank. Wer wundert sich da, dass es zu mehr als merkwürdigen Ungereimtheiten bis zur ersten Kursfeststellung kam. Bin mal gespannt, ob die SEC den Skandal wirklich aufdecken will. Die Dummen sind die Anleger. Die Kursentwicklung des ersten Handelstags spricht Bände...

  • I Like it:
    das ist das Zeug aus dem man Fliegenleim macht.
    Zuvörderst jenen, der einem vorgau(c)kelt: "Wir möchten die Netzcommunity nur einfach etwas offener gestalten".
    Offener wofür?
    Für Generalverarsche?
    Bislang wars noch Spaß.
    Nun kostet es das Geld, das die User gespart haben.
    Selbst schuld.
    Und die SEC bewegt sich noch an der Oberfläche.
    Soll mich FB doch verklagen:
    Anlagebetrug in reinster Form und Weise.
    Das allerdings habe nicht ich, sondern FB zu verantworten.
    Viel Spaß mit den Klägern FB.
    Ich werde und ich kann nicht klagen, weil ich nicht einen Cent in diesem Dreckshaufen drinstecken habe und auch nicht beabsichte, das zu tun.
    DFie Betrugsabsicht von FB ist de facto allerdings nicht nachzuweisen.
    Darauf kam es MZ vermutlich auch an.
    Dass er betrügt, dass die Schwarte kracht, darüber gibt es hier jedenfalls keinerlei Zweifel mehr, seit gestern.

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