Filmmesse LA Screenings
Frust in Hollywood

Autorenstreik mit Folgen: Die US-Filmstudios zeigen auf der weltgrößten Fernsehmesse in Los Angeles nur ein Schmalspurprogramm. Viele Einkäufer großer TV-Sender sind verärgert und weichen auf Konkurrenten aus aller Welt aus, die nun ins Geschäft drängen.

LOS ANGELES. Die dunkelhaarige Schönheit Victoria Guanipa bangt um die große Liebe ihres Lebens, den bildhübschen Sonnyboy Nicolás de Casal. Doch leider gibt es ein Problem: Er ist der Sohn des Erzfeindes von Victorias Vater. „La Trepadora“ („Die Karrierefrau“) heißt die Telenovela aus Venezuela.

Mit der seichten Herz-Schmerz-Geschichte will Guadalupe D’Agostino auf der weltgrößten Filmmesse „LA Screenings“ punkten. Die aparte Mittdreißigerin im hellbeigen Kostüm zeigt den Streifen auf einer Riesenleinwand im 16. Stock des Fünf-Sterne-Hotels Hyatt Century Plaza an der Avenue of the Stars in Los Angeles. D’Agostino ist Vizepräsidentin des venezolanischen Fernsehsenders RCT, eines der größten TV-Produzenten Südamerikas.

Nun hofft die lateinamerikanische Schönheit – ausgerechnet hier in der legendären Filmmetropole – auf das große Geschäft. Jahrelang spielten die stets nach gleichem Muster heruntergespulten Geschichten um Liebe und Intrige auf dem Weltmarkt keine Rolle. Aber das hat sich radikal geändert, seit die Autoren von Erfolgsstreifen wie „Desperate Housewives“ und „CSI“ in Hollywood bis Mitte Februar dieses Jahres für höhere Honorare aus dem DVD- und Internetgeschäft streikten – und die Traumfabrik Hollywood lahmlegten. Mehr als drei Monate lang konnte in Hollywood kein TV- oder Kinofilm gedreht werden. Jetzt fehlen den Studios großer Medienkonzerne wie Disney, Time Warner und News. Corp neue Spielfilme und Serien.

Das ist bitter für die Studios sowie für deren Kunden. Die Einkäufer internationaler Fernsehsender wie RTL, Vox und Pro Sieben suchen auf der Messe in Los Angeles dringend neuen TV-Stoff. Von ihrer Not profitieren Hollywoods Konkurrenten.

„Für uns ist der Streik eine großartige Möglichkeit, in ganz neue Märkte vorzudringen“, sagt RCTV-Chefin D’Agostino. Sie hat die Herzensbrechergeschichten schon nach Polen und Ungarn verkauft. Jetzt hofft sie auf neue Kunden aus allen Teilen der Welt.

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