Finanzspritze
Kölmel holt Intertainment aus der Insolvenz

Der Neue-Markt-Star Michael Kölmel hat mit seiner Kinowelt den erst kürzlich erworbenen Konkurrenten Intertainment AG vor der Pleite bewahrt. Die Medienfirma aus München konnte dank einer Finanzspritze ihren Anfang des Jahres eingereichten Insolvenzantrag zurückziehen.

HB MÜNCHEN. Grundlage der Rücknahme seien zum einen die Ende Mai erzielte Einigung mit der Albis Finance AG über die Rückzahlungsmodalitäten einer Forderung in Höhe von rund 15 Mill. Euro und zum anderen die mit der Kinowelt-Gruppe vereinbarte Kapitalerhöhung um annähernd 10 Prozent des aktuellen Grundkapitals, teilte das Unternehmen am Donnerstagabend mit. Diese Kapitalerhöhung sei am Donnerstag von Vorstand und Aufsichtsrat beschlossen worden.

Die neuen Aktien kosten laut Intertainment 1,28 Euro pro Stück. So werden unter Ausschluss des Bezugsrechts der Altaktionäre von der Kinowelt-Gruppe gezeichnet. Durch die Ausgabe der neuen Aktien fließen Intertainment rund 1,5 Mill. Euro zu. Die Kinowelt-Gruppe hatte zusammen mit ihrer Hauptgesellschafterin MK Medien Anfang Mai 50,05 Prozent der Aktien von Intertainment übernommen.

Intertainment ist darauf spezialisiert, Filmrechte zu erwerben und in Deutschland und Europa zu vermarkten. So hält das Unternehmen die europäischen Rechte an Titeln wie „Keine halben Sachen“ mit Bruce Willis oder „The Art of War“ mit Wesley Snipes. Ins Trudeln war Intertainment geraten, als die Hypo-Vereinsbank das Unternehmen im September vergangenen Jahres auf Rückzahlung eines Kredites in Höhe von 10 Mill. Euro verklagt hatte. Schon vor der Auseinandersetzung mit der HVB hatte die Firma aber in ernsthaften Schwierigkeiten gesteckt. Das Geschäft war wegen juristischer Auseinandersetzungen in den USA praktisch zum Erliegen gekommen.

Intertainment-Retter Kölmel hatte zu Zeiten des Neuen Markts von sich reden gemacht. Er war 1984 zusammen mit seinem Bruder Rainer in den Filmrechtehandel eingestiegen. 1998 brachte er die Kinowelt an den Neuen Markt. 2001 ist Kinowelt pleite. Zwei Jahre später übernehmen er und sein Bruder das Unternehmen aus der Insolvenzmasse.

Das Landgericht München hatte Kölmel 2004 wegen vierfacher Untreue und Insolvenzverschleppung zu einer Bewährungsstrafe von 1 Jahr und 10 Monaten und zu einer hohen Geldstrafe verurteilt. Das Landgericht sah es unter anderem als erwiesen an, dass Kölmel widerrechtlich eine halbe Million Euro vom Konto der Kinowelt Medien AG an seine andere Firma Sportwelt Beteiligungs GmbH überwiesen hat, obwohl Kinowelt Liquiditätsprobleme hatte und ein Sanierungskonzept im August 2001 endgültig gescheitert war. Außerdem habe Kölmel Geld von einer Kinowelt-Tochterfirma auf sein Privatkonto überwiesen.

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