Forderung eingeklagt
Kabelkonzern Orion droht die Zerschlagung

Der deutsche Kabelmarkt steht vor einer Neuordnung. Ein Konsortium um die US-Fonds EOS und Viathon hat eine Klage auf Eintreibung einer Forderung von 550 Mio. Euro gegen die Muttergesellschaft des drittgrößten Kabelkonzerns Orion (Primacom, Tele Columbus) eingereicht. Geführt wird der Streit vor dem Supreme Court des US-Bundesstaates New York. Ein Erfolg der Fonds hätte eine Insolvenz der Orion-Mutter Escaline mit anschließender Zerschlagung zur Folge.

DÜSSELDORF. Der deutsche Kabelmarkt steht vor einer Neuordnung – durchgesetzt mit dem juristischen Brecheisen. Ein Konsortium um die US-Fonds EOS und Viathon hat eine Klage auf Eintreibung einer Forderung von 550 Mio. Euro gegen die Muttergesellschaft des drittgrößten Kabelkonzerns Orion (Primacom, Tele Columbus) eingereicht.

Geführt wird der Streit vor dem Supreme Court des US-Bundesstaates New York. Ein Erfolg der Fonds hätte eine Insolvenz der Orion-Mutter Escaline mit anschließender Zerschlagung zur Folge. Das erfuhr das Handelsblatt aus Unternehmenskreisen.

Hintergrund ist die hohe Verschuldung der Gesellschaft. Orion kämpft mit Verbindlichkeiten von 945 Mio. Euro in seiner Tochter Tele Columbus. Das Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda), das für 2009 ursprünglich mit 157 Mill. Euro vorhergesagt war, wird nach Angaben von Unternehmensinsidern nur noch mit 100 Mill. prognostiziert. Vergangenes Jahr erzielte Tele Columbus bei einem Umsatz von 259 Mill. Euro ein Ebitda von 109 Mill. Euro.

Im Mai wurde Orion per Schiedsentscheid dazu verpflichtet, 67,5 Mio. Euro an den Branchenprimus Kabel Deutschland (KDG) zurückzuzahlen. Orion hatte dem Konkurrenten ursprünglich für 490 Mio. Euro 1,1 Mio. Abonnenten verkauft. Der Preis wurde jedoch nachverhandelt und schließlich auf nur noch 424 Mio. Euro reduziert. Orion befindet sich durch die Geldabflüsse und das stark verdüsterte Finanzierungsumfeld derzeit in Restrukturierungsverhandlungen mit seinen Banken und Gläubigern.

Dies öffnet die Tür für die US-Fonds. Eine Vertragsklausel gewährt ihnen, bei einer Restrukturierung von Orion die Forderungen gegen die Muttergesellschaft Escaline fällig zu stellen. Die Fonds hatten 2007 Schulden in Höhe von 400 Mio. Euro von Escaline erworben – inzwischen stehen ihnen inklusive Zinsen 550 Mio. Euro zu.

Weil die Verträge nach New Yorker Recht geschlossen wurden, treiben sie ihr Geld nun dort ein. Die derzeitigen Eigentümer von Escaline, ein Konsortium um den Finanzinvestor Aletheia, werden damit umgangen. Aletheia lehnte auf Anfrage eine Stellungnahme hierzu ab. Das Konsortium steht vor einem Totalverlust von rund 100 Mio. Euro.

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