Fußball-TV-Rechte
„Die Bundesliga ist spektakulärer denn je“

Auf die Fußballfans in Deutschland kommen 2009 harte Zeiten zu: Die Deutsche Fußball Liga (DFL) krempelt für die TV-Verwertung den Spielplan radikal um. Seit Freitag läuft die Ausschreibung der Medienrechte ab der Saison 2009/10. Branchenexperte Arnd Hovemann von Ernst & Young glaubt, dass auf die „Sportschau“ schwierige Zeiten zukommen.

In welcher Situation befindet sich die DFL heute nach der Vorgeschichte mit Sirius?

Es ist viel wertvolle Zeit durch das Eingreifen des Kartellamts verstrichen, obendrein sind die Voraussetzungen im Moment recht ungünstig. Die Finanzkrise spielt natürlich auch bei der Rechtevergabe eine Rolle und zuletzt hat Premiere schlechte Zahlen publiziert. Dabei ist das Produkt Bundesliga spektakulärer denn je, nicht zuletzt sind mit Hoffenheim, Köln und Gladbach attraktive Vereine in die erste Liga aufgestiegen, es bahnt sich eine unglaublich spannende und ausgeglichene Saison an. Perfekt für den Zuschauer.

Die DFL rechnet mit einer Entscheidung nicht vor Weihnachten. Ist das nicht zu spät?

Die Vereine brauchen in der Tat nun endlich Klarheit über die Höhe der Erlöse. Einige sind bei ihren Banken in Erklärungsnöte geraten, als sich abzeichnete, dass das Modell mit Sirius nicht umzusetzen sein wird und es nichts mit den ursprünglich geplanten Summen wird. Damit meine ich zum Beispiel Vereine, die ein Stadion zu finanzieren haben. Aber auch für die Kaderplanung war die Verzögerung ein Ärgernis.

Kann oder wird die DFL Rücksicht nehmen auf die schwierige Situation, in der Premiere derzeit steckt?

Für einen Pay-TV-Sender sind Fußballrechte lebensnotwendig. Die Bundesliga ist besonders geeignet, da sie regelmäßig übers Jahr verteilt Woche für Woche stattfindet. Wenn ein anderer Interessent ein deutlich höheres Angebot abgibt als Premiere, kann das nicht ignoriert werden. Allerdings hat Premiere seit Jahren gute Arbeit geleistet, das gibt dem Sender durchaus einen kleinen Vorteil. Zu viele Wechsel der übertragenden Sender würden den Zuschauer verwirren und er könnte sich abwenden. Das hin und her zwischen Arena und Premiere in jüngster Vergangenheit war nicht gerade förderlich.

Haben private TV-Sender eine realistische Chance gegen die ARD die Rechte für die Erstverwertung im Free-TV zu ergattern?

Die Chance ist jetzt größer geworden, da es nun zeitgleich ein Live-Spiel um 18.30 im Pay-TV geben wird. Das Free-TV-Paket beinhaltet nun also ein Spiel weniger und es findet eine Konkurrenzveranstaltung statt. Dadurch ist dieses Recht natürlich weniger werthaltig geworden, die Eintrittsbarriere ist somit gesunken. Durchaus möglich, dass nun der ein oder andere private Sender sein Gebot noch einmal neu berechnet und zum Zuge kommt.

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