Geheimdienst-Anfragen
Google, Yahoo und Co veröffentlichen weitere Daten

Internet-Konzerne haben neue Daten zu Geheimdienst-Anfragen vorgelegt. Yahoo war demnach am häufigsten zur Herausgabe von Kundeninformationen gezwungen. Dabei soll es sich um Mails, Adressen und Fotos gehandelt haben.
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New YorkNach dem Kompromiss mit der US-Regierung haben zahlreiche Internetfirmen Informationen über die Herausgabe von Kundendaten an Geheimdienste veröffentlicht. Die Unternehmen Google, Microsoft, Yahoo, Facebook, LinkedIn und Tumblr dokumentierten am Montag, wie oft Regierungsbehörden im Zusammenhang mit Terrorermittlungen in den vergangenen Jahren Informationen über Kunden verlangt haben. Am häufigsten war Yahoo betroffen.

Die Unternehmen wollen damit das Misstrauen von Privat- und Firmenkunden über die Vertraulichkeit ihrer Daten zerstreuen. Aus den nun veröffentlichten Daten geht hervor, dass - gemessen an der Gesamtzahl - nur ein kleiner Kreis von Kunden betroffen war. Allerdings seien auch Tausende Amerikaner von den Anfragen betroffen gewesen, die von Richtern des Gerichts für die Überwachung der Auslandsgeheimdienste genehmigt wurden.

Den Veröffentlichungen zufolge wurde Yahoo am häufigsten zur Herausgabe von Kundendaten gezwungen. Zwischen 30 000 und 30 999 Anfragen habe es in den ersten sechs Monaten des vergangenen Jahres gegeben, dabei sei es um Mails, Kurznachrichten, Adressbücher, Kalendereinträge und Fotos gegangen, erklärte das Unternehmen.

Bei Google wurden zwischen Juli und Dezember 2012 die meisten Daten von Behörden eingeholt - zwischen 12 000 und 12 999. Im ersten Halbjahr 2009 waren es noch weniger als 3000 Anfragen gewesen.

Einen Grund für die Entwicklung der Zahlen dürfen die Unternehmen nicht nennen. Auch darf die Zahl der Anfragen nur in Tausenderschritten kommuniziert werden und es muss bis zur Veröffentlichung mindestens ein halbes Jahr vergangen sein.

Das US-Justizministerium hatte am Montag vor einer Woche eine Einigung mit den Unternehmen über die Veröffentlichung des Umfangs der Anfragen bekanntgegeben. Die Unternehmen hatten angesichts von Kundenbedenken auf die Freigabe der Daten gedrungen. Die Regierung hatte sie davor mit der Begründung abgelehnt, dass das Ermittlungen zur nationalen Sicherheit gefährden könnte.

Microsofts Chefjustiziar Brad Smith betonte, diese Zahlen bestätigten die Beteuerungen, dass unter Millionen Nutzern nur wenige von solchen Behörden-Anfragen betroffen seien. Zugleich bekräftigte er aber die Kritik an Versuchen der Geheimdienste, sich Informationen an der rechtlich vorgeschriebenen Prozedur zu beschaffen. Die „Washington Post“ hatte berichtet, dass der US-Abhördienst NSA sich in den Datenverkehr zwischen den Rechenzentren eingeklinkt habe. Das Weiße Haus und andere Regierungen hätten solchen Methoden nicht öffentlich abgeschworen, kritisierte Smith.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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ap 
Associated Press / Nachrichtenagentur

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  • "Die Unternehmen wollen damit das Misstrauen von Privat- und Firmenkunden über die Vertraulichkeit ihrer Daten zerstreuen."

    Konkret heißt das doch, dass ihre Daten bei den Firmen eben "nicht sicher" sind.

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