Gemeinschaftsunternehmen macht Minus
Toshiba steigt bei LG Philips LCD ein

Der Flachbildschirm-Zulieferer LG Philips LCD hat mit dem Elektronikkonzern Toshiba einen dritten großen Eigentümer bekommen. Vorteil dabei: Toshiba baut im großen Stil Monitore. Ein paar neue Aufträge könnte LG Philips gut gebrauchen.

HB SEOUL. Im Rahmen der Partnerschaft werde Toshiba einen Anteil von 19,9 Prozent an der polnischen Tochter von LG Philips LCD übernehmen, teilten die Unternehmen am Dienstag mit. Dafür bezahlt der japanische Mischkonzern 5,5 Mrd. Yen, umgerechnet knapp 37 Mill. Euro.

Bei der Produktion und in der Produktentwicklung wollen die Partner künftig eng zusammenarbeiten. Der Vorteil auf LG Philips Seite liege darin, dass Toshiba ein bedeutender Kunde sei. Toshiba profitiere wiederum von dem Know-How des auf die Herstellung von Flachbildschirmen spezialisierten Unternehmens. LG Philips LCD ist ein Joint-Venture des südkoreanischen Elektronikkonzerns LG mit der niederländische Philips.

Philips sucht Marktteilnehmern zufolge seit mehreren Monaten nach einem Käufer für seinen 32,9-prozentigen Anteil am Gemeinschaftsunternehmen. Im September hatte Rudy Provoost, Leiter der Sparte Consumer Electronics, angekündigt, dass der niederländische Konzern den Anteil reduzieren wolle.

LG Philips mit roten Zahlen

LG Philips LCD macht den beiden Muttergesellschaften seit kurzer Zeit Sorgen. Wie der Flachbildschirmhersteller am Dienstag bekannt gegeben hat, hat er das zweite Quartal in Folge rote Zahlen geschrieben. Mit 321 Mrd. Won (rund 266 Mill. Euro) lag der am Verlust leicht höher als von Analysten erwartet. Sie hatten für das Quartal bis Ende September ein Minus von 318,2 Mrd. Won prognostiziert. Ein Jahr zuvor hatte das Unternehmen noch ein Plus von 227 Mrd. Won erwirtschaftet. Der Umsatz auf konsolidierter Basis lag im dritten Quartal mit 2,77 Billionen Won leicht höher als ein Jahr zuvor mit 2,74 Billionen Won.

Der weltgrößte Hersteller von Flüssigkristall-Bildschirmen ist wegen hoher Abschreibungen und Produktionskosten unter Druck geraten. Seine Konkurrenten Samsung Electronics und AU Optronics hingegen erfreuen sich einer hohen Nachfrage nach LCD-Bildschirmen für Fernseher und Computermonitore.

Analysten zufolge wird LG Philips ungeachtet seiner Versuche, Kosten zu reduzieren und Produktionsmengen anzuheben, auch Anfang 2007 weiter Verluste schreiben. „Die Strategie von LG Philips ist fehlgeschlagen und bis die Investoren wieder Vertrauen in die Geschäftsführung erlangen, wird sich der Aktienkurs nicht wesentlich verbessern“, urteilte Fondsmanager Chung Kyun Sik von Shinhan BNP Paribas Investment Trust Management. „Weder die Nachfrage durch die Weltmeisterschaft, noch die Nachfrage zum Jahresende hat die Prognosen des Managements erfüllt.“ Die Aktien des Unternehmens haben im dritten Quartal gegen den Markttrend 11 Prozent an Wert verloren.

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