Gerichtsverfahren in den USA
Infineon gesteht Preisabsprachen

Der deutsche Chip-Hersteller Infineon hat sich wegen illegaler Preisabsprachen zur Zahlung eines Bußgelds von 160 Millionen Dollar (131 Millionen Euro) bereit erklärt, wie das US-Justizministerium am Mittwoch mitteilte. Das Unternehmen habe sich vor einem Gericht in San Francisco schuldig bekannt, zwischen Juli 1999 und Juni 2002 die Preise für Speicherchips mit anderen Firmen abgesprochen zu haben. Davon seien Computerhersteller wie Dell, Hewlett-Packard, IBM und Gateway betroffen gewesen.

HB WASHINGTON. Es handle sich um das dritthöchsten Bußgeld, das die Regierung jemals verhängt habe. Infineon habe sich zudem bereit erklärt, bei den Ermittlungen zu kooperieren.

Das Unternehmen sprach von einer Einigung mit der Anti- Trust-Abteilung des Justizministeriums. Dabei habe sich Infineon in einem einzigen und begrenzten Anklagepunkt schuldig bekannt, der die Verletzung von Kartellrecht bei der Preisbildung für DRAM-Chips zwischen Juli 1999 und Juni 2002 betreffe. Die Strafe werde voll von den Rückstellungen des Unternehmens im 3. Quartal gedeckt, teilte das Unternehmen am Mittwochabend mit. Das Fehlverhalten sei auf bestimmte OEM-Kunden begrenzt gewesen.

„An der Sache waren hochrangige Mitarbeiter beteiligt“, sagte der Chef der Anti-Trust-Abteilung, Hewitt Pate. „Es ging nicht um einige faule Äpfel auf unterer Ebene.“ Die Absprache habe zu höheren Preisen für Speicherchips für Computer, Mobiltelefone, Kameras und Spielkonsolen geführt. Betroffenen seien unter anderem Computerfirmen wie Dell, Apple, IBM, Gateway und Hewlett-Packard . Der Chef von Infineon Technologies North America, Robert LeFort, sagte, man stehe kurz vor einer Einigung mit großen Computerherstellern über eine Entschädigung. Dies werde für Infineon vermutlich Kosten von nicht mehr als 90 Mill. Dollar nach sich ziehen.

In den vergangenen Jahren haben sich die Preise für Speicherchips zu Teil dramatisch verändert, ohne dass es dafür immer nachvollziehbare Gründe gab. Speicherhersteller haben Vorwürfe eines Kartell-ähnlichen Verhaltens zurückgewiesen. Die Firmen Micron Technology, Samsung Electronics und Hynix Semiconductor habe erklärt, sie seien von der Untersuchung des US-Justizministeriums betroffen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%