Gespräche ebdgültig beendet – Yahoo-Kurs stürzt ab
Aus für Microhoo

Das Internet-Portal Yahoo und der Softwareriese Microsoft haben ihre Fusionsverhandlungen ergebnislos beendet. Dabei ging es um die ganze oder teilweise Übernahme von Yahoo durch Microsoft. Obwohl gleichzeitig Gerüchte über eine engere Zusammenarbeit zwischen Yahoo und Google die Runde machten, brach der Kurs des Internet-Portals ein.

PORTLAND. An der Wall Street verlor die Yahoo-Aktie zehn Prozent auf 23,52 Dollar, Microsoft legten dagegen um vier Prozent auf 28,24 Dollar zu. Die Verhandlungen waren der zweite und wohl letzte Anlauf für eine Ehe zwischen Yahoo und Microsoft. In einer Mitteilung von Yahoo hieß es gestern Abend, dass Microsoft nicht mehr an einer Gesamtübernahme interessiert sei und dass im Gegenzug der Yahoo-Verwaltungsrat einen Teilverkauf des Internet-Suchgeschäfts an Microsoft abgelehnt habe.

Im Mai hatte der Softwareriese nach dreimonatigem Tauziehen einen feindlichen Übernahmeversuch zunächst aufgegeben. Nach einer Intervention des Yahoo-Großaktionärs Carl Icahn, der bereits mehrfach Firmen in die Arme von Übernehmern getrieben hat, kam es zu neuen Gesprächen. Icahn drängte auf einen Verkauf des Portals zum Preis von gut 34 Dollar pro Aktie. Das scheiterte daran, dass Microsoft 33 Dollar bot und Yahoo 37 Dollar forderte.

Um Druck zu machen, bombardierte Icahn die Yahoo-Führung mit offenen Briefen, in denen er unter anderem die Ablösung von Yahoo-Gründer und-Chef Jerry Yang forderte. Nach dem endgültigen Aus der Verhandlungen drohen dem Investor nun durch den Kurssturz von Yahoo empfindliche Verluste.

Der High-Tech-Blog Techcrunch berichtete gestern Abend, dass sich Yahoo und die weltweit führende Suchmaschine Google angeblich über eine weitgehende Zusammenarbeit bei der Internetsuche geeinigt hätten.

Kritiker sagen dagegen, dass Yahoo für den kurzfristigen Gewinn eines höheren Cash-Flows seine langfristige wirtschaftliche Basis an den Konkurrenten Google abgäbe. Überdies dürften die Kartellwächter ein Wörtchen mitzureden haben, weil Yahoo und Google zusammen das Werbegeschäft im Internet dominieren würden.


Quelle: Handelsblatt
Jens Eckhardt
Handelsblatt / Korrespondent
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