Gespräche mit potenziellen Investoren werden fortgesetzt
Loewe kann nicht auf Kauf durch Sharp setzen

Der angeschlagene TV-Geräte-Hersteller Loewe kann - entgegen einem Zeitungsbericht - bei der Suche nach einem Investor offenbar nicht auf eine Mehrheitsübernahme durch seinen Partner Sharp setzen.

HB FRANKFURT. Der angeschlagene TV-Geräte-Hersteller Loewe kann bei der Suche nach einem Investor offenbar nicht auf eine Mehrheitsübernahme durch seinen Partner Sharp setzen. Der japanische Elektronik-Konzern wies am Freitag einen Zeitungsbericht zurück, wonach Sharp kurz vor der Übernahme der Mehrheit bei dem defizitären fränkischen Unternehmen steht. „Es ist nicht richtig, dass wir unseren Anteil erhöhen werden“, sagte ein Sharp-Sprecher in Tokio. Die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ hatte berichtet, Sharp wolle seine Beteiligung an Loewe von derzeit neun Prozent auf mindestens 50,1 Prozent erhöhen. Ein Loewe-Sprecher wiederholte die Aussage, das Unternehmen spreche mit mehreren potenziellen Investoren, Ergebnisse solle es noch bis Jahresende geben. An der Börse legte die im Kleinwertesegment SDax notierte Loewe-Aktie zunächst um rund zehn Prozent zu, drehte nach dem Dementi von Sharp aber leicht ins Minus auf 6,80 Euro.

Loewe sucht nach hohen Verlusten dringend einen weiteren Investor. In den ersten neun Monaten dieses Jahres hatte Loewe bei einem Umsatz von 177,4 Millionen Euro einen operativen Verlust (Ebit) der fortzuführenden Geschäfte von 23,1 Millionen Euro verbucht, im dritten Quartal hatte sich der Verlust allerdings deutlich verringert. Auch im Geschäftsjahr 2003 hatte Loewe tiefrote Zahlen geschrieben.

Den Trend verschlafen

Das 1923 gegründete Unternehmen hatte zu spät auf den Trend hin zu Flachbildschirm-Fernsehern reagiert und den Preiseinbruch bei Röhrengeräten stark zu spüren bekommen. Mittlerweile hat Loewe eine geänderte Produktpalette mit mehr Flachbildschirmgeräten auf dem Markt. Im Sommer war Sharp bei Loewe eingestiegen. Bei der Produktion von Flachbildschirm-Fernsehern kooperieren die beiden Firmen schon seit dem Jahr 2000. Zahlreiche andere Unternehmen aus der Unterhaltungselektronik-Branche in Deutschland sind bereits in ausländischer Hand, so etwa das Kerngeschäft des Traditionsunternehmens Grundig oder die Allgäuer Firma Schneider Rundfunkwerke.

Branchenanalyst Ingbert Faust von Equinet erklärte, Sharp wäre der beste Partner für Loewe, da die Firmen bereits lange zusammenarbeiteten. Zudem verwies Faust auf die Finanzstärke von Sharp und das industrielle Interesse des japanischen Konzerns an Loewe.

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