Gewerbegebiete
Der Kampf der Firmen um das schnelle Internet

Ohne schnelles Internet sind Gewerbegebiete kaum zu vermarkten. Doch seit Monaten streiten Telekom, Regierung und Netzagentur um den Netzausbau. Einer von Hunderten Fällen ist Kaarst bei Düsseldorf.

KAARST. Hier hat Dieter Güsken den besten Blick auf sein großes Zukunftsprojekt. Hier auf einer kleinen Brücke im Norden der niederrheinischen Stadt Kaarst kann er das gesamte Gelände überschauen, für das der Wirtschaftsförderer große Pläne hat. Noch blickt er nur auf Kartoffel-, Getreide- und Rübenfelder. Doch mit dem Landleben ist es bald vorbei. Kaarst hat den Bauern ihre Äcker abgekauft, insgesamt 50 Hektar. Ab 2011 sollen hier Bürogebäude und Lagerhallen wachsen statt Rüben - und neue Jobs und neue Gewerbesteuerzahler für Kaarst.

Die zweitwichtigste Voraussetzung für ein Gewerbegebiet kann Dieter Güsken bieten, eine 1a-Verkehrsanbindung. Zwei Autobahnen sind ganz in der Nähe und Düsseldorfs Flughafen auch. Doch den wichtigsten Anschluss für Unternehmer, den kann der Wirtschaftsförderer noch nicht anbieten, den an die schnellste Datenautobahn.

Ohne 1a-Anbindung an schnelles Internet kann Güsken sein Gewerbegebiet nur schwer vermarkten. Also kämpft er seit Monaten mit der Deutschen Telekom, dem Marktführer im Breitbandgeschäft, darum, dass der Konzern investiert und sein Netz in Kaarst ausbaut. Es ist ein zäher Kampf.

Und er wird bundesweit hundertfach gekämpft. Kaarst mit seinen 42000 Einwohnern vor den Toren Düsseldorfs ist eine von Hunderten Gemeinden, die derzeit mit der Telekom um einen Anschluss ans Multimedia-Zeitalter ringen. Etwa drei Prozent der Deutschen leben in einer "unversorgten Region" - einer Gegend ohne Breitbandnetz.

Für Wirtschaftsförderer wie Dieter Güsken ist das, als sei sein Gewerbegebiet einbetoniert ins 20. Jahrhundert, während drumherum längst das 21. begonnen hat.

Die Telekom beantwortet solche genervten Anwürfe mit einem Achselzucken: Es sei zu teuer, sagt der Konzern, sämtliche Gegenden des Landes zu erschließen - und verweist auf seine Wettbewerber. Doch für die kleineren Telekommunikationsanbieter rentieren sich Projekte, die selbst die Telekom ablehnt, kaum - erst recht nicht in Krisenzeiten mit schwindenden Umsätzen.

Dabei schien es einst, als ob Deutschland sehr bald zu den schnellsten Surfnationen Europas gehören könnte: Die Bundesregierung verkündete im Herbst 2008 neue Investitionen in die digitale Infrastruktur, um die Konjunktur anzuschieben. Bis Ende 2010 sollte jeder Deutsche einen superschnellen Zugang ins World Wide Web haben. So weit die Theorie.

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