Gewinnsprung nach Übernahme
Infineon wird größer und reicher

Der Chipkonzern Infineon steigert dank der Übernahme von International Rectifier Umsatz und Gewinn. Infineon-Chef Reinhard Ploss bleibt aber auf dem Boden – und warnt vor einem schwierigem Markumfeld.
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DüsseldorfDer Chipkonzern Infineon sieht sich nach einer weiteren Umsatz- und Gewinnsteigerung im abgelaufenen Quartal auf Kurs für seine Jahresziele. Zugleich warnte Konzernchef Reinhard Ploss am Donnerstag aber vor zu viel Euphorie. Das Umfeld werde schwieriger. Das Umsatzplus erwartet er nur noch am unteren Ende der ausgegebenen Spanne von 34 bis 38 Prozent. In seinem dritten Geschäftsquartal konnte Infineon aber noch deutlicher zulegen.

Dank der Übernahme des US-Rivalen International Rectifier und Zuwächsen in allen wichtigen Sparten steigerte das bayerische Unternehmen den Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 43 Prozent auf 1,59 Milliarden Euro. Vor allem das Geschäft mit Chips für Netzteile, Stromsteuerungen und Sicherheitschips für Bezahlkarten legte erneut deutlich zu. Dank Kostensenkungen stieg das operative Ergebnis um 44 Prozent auf 245 Millionen Euro und traf die Analystenprognose.

Die operative Rendite landete bei 15,4 Prozent und damit leicht über dem langfristigen Zielniveau von 15 Prozent. Unter dem Strich sank der Gewinn jedoch zum Vorjahr um 24 Prozent auf 109 Millionen Euro, weil Abschreibungen auf International Rectifier und Kosten für die Schließung des Fertigungsbetriebs Singapur Techview anfielen.

„Für das gesamte Geschäftsjahr gehen wir daher weiterhin davon aus, dass wir bei Umsatz und Segmentergebnis-Marge innerhalb unserer bisherigen Prognose bleiben“, so Ploss. Der Infineon-Chef erwartet ein Umsatzplus von etwa 34 Prozent und eine operative Rendite von 15 Prozent. Unterstellt sei dabei ein Wechselkurs des Euro gegenüber dem Dollar von 1,10 Euro. Für das vierte Quartal rechne Infineon mit einem Umsatz, der ein Prozentpunkt über bis zwei Prozentpunkte unter dem Vorquartal liegen werde. Die Marge werde etwa 16 Prozent erreichen.

Infineon schlug sich im Quartal zum Ende Juni besser als die Konkurrenz. Wegen der schwachen PC-Nachfrage und der schleppenden Konjunktur in China ging der Umsatz des größten europäischen Chip-Herstellers STMicroelectronics im abgelaufenen Quartal um fünf Prozent zurück. Auch der US-Konzern Texas Instruments verbuchte einen Erlösrückgang.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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