Glasfaser-Kooperation
Allianz für Breitbandnetz erntet Lob

Die Telekom lotet derzeit aus, ob sie das Datennetz für superschnelle Internetanschlüsse ausbauen kann, indem sie mit Gas- und Stromanbietern kooperiert. Bei Ausbau und Instandhaltung von Strom- und Gasnetzen sollen künftig auch Glasfasernetze verlegt werden. Die Bundesnetzagentur unterstützt die Pläne.

DÜSSELDORF. Die Wettbewerber der Deutschen Telekom begrüßen die Pläne des Marktführers, beim Ausbau des Breitbandnetzes mit den Energieversorgern zu kooperieren. „Es ist völlig korrekt, alle Möglichkeiten für Investitionen auszuschöpfen“, sagte Jürgen Grützner, Geschäftsführer des Verbandes der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten (VATM) dem Handelsblatt.

Die Telekom lotet derzeit aus, ob sie das Datennetz für superschnelle Internetanschlüsse ausbauen kann, indem sie mit Gas- und Stromanbietern kooperiert. Diese könnten Glasfaserleitungen verlegen, wenn sie die Erde ohnehin für den Ausbau oder die Instandhaltung ihrer Strom- und Gasnetze aufreißen. Zudem könnten sie Glasfaserkabel mit Hochdruck durch vorhandene Leerrohre, in denen Strom- und Gasleitungen liegen, blasen. Die Bundesnetzagentur unterstützt die Pläne.

„Da, wo die Versorger ohnehin Rohre in der Erde liegen haben, durch die sie Glasfaser blasen können, macht eine Kooperation Sinn“, sagt Grützner. Der VATM vertritt über 90 in Deutschland tätige Telekom- und Multimediaunternehmen, die im Wettbewerb zum Marktführer Deutsche Telekom stehen. Die Rivalen kritisieren den schleppenden Ausbau durch den Ex-Monopolisten schon lange.

Nach den Worten von Matthias Kurth, Präsident der Regulierungsbehörde, könnte die Kooperation den Wettbewerb voran bringen: „Wenn Versorger Glasfaserleitungen an Telekomanbieter vermieten, ist ein fairer Wettbewerb sichergestellt und die Gefahr gebannt, dass sich Oligopole im Netzanschlussbereich verfestigen“, sagte er dem Handelsblatt. Die Versorger müssten ja nicht in den Endkundenmarkt einsteigen, „aber sie könnten als Infrastrukturanbieter für die letzte Meile Geld verdienen.“

Kurth muss als Chefregulierer dafür sorgen, dass ein ausreichender Wettbewerb auf dem Markt besteht und auch die Verbraucherpreise niedrig bleiben.

Beide Ziele könnte er mit der angedachte Kooperation erreichen. „Wirtschaftspolitisch wäre es ein großer Fortschritt, wenn die verschiedenen Branchen sich ihre Kosten teilen würden“, sagte Kurth.

Sandra Louven
Sandra Louven
Handelsblatt / Korrespondentin in Madrid
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