Goggle
Besuch auf dem Olymp

Wo Goggle ist, ist oben. Doch allein durch die Größe und die damit verbundene abschreckende Wirkung auf die Konkurrenz bleibt der Marktführer bei Websuchen und Online-Werbung nicht an der Macht: Google lebt vor allem vom Vertrauen der Websurfer.

MOUNTAIN VIEW. 1 600 Amphitheater Parkway, Mountain View, California. Wenn das Internet überhaupt eine Adresse hat im uns bekannten Teil des Universums, dann ist sie hier. Auf mehr als 47 000 Quadratmetern erstrecken sich die Kerngebäude des Googleplex, Hauptquartier der größten Web-Suchmaschine der Welt. Jede zweite Suchanfrage in den USA landet bei Google. Tendenz steigend. Wo Google ist, ist oben, was nicht bei Google steht, das gibt es nicht. Auch in 13 europäischen Ländern – darunter Deutschland – hat das Google-Netzwerk die meisten Besucher überhaupt, hat Comscore herausgefunden. Der ewige Marktführer Microsoft fällt zurück, Alt-Ikone Yahoo wird regelrecht deklassiert.

Wer in der Web-Welt arbeiten will, will zu Google und Teil des amerikanischen Traums werden. Ein Milliarden-Dollar-Unternehmen, gegründet 1998 von zwei Studenten, Larry Page und Sergey Brin, das sich zum Ziel gesetzt hat, das Wissen der Welt digital zugänglich zu machen. Nur: Was sonst noch alles geplant ist, weiß niemand so genau außerhalb des Raumschiffs Google.

Nach außen dominiert der kalifornische Lebensstil des easy going. Der Parkplatzwächter sitzt lässig unter einem Sonnenschirm und weist die Gäste ein. Im Foyer blubbern bunte Lavalampen beruhigend vor sich hin – cool down, let’s have fun. Vergangenes Jahr gab es überall Pyjama-Parties. Gäste im deutschen Büro staunten nicht schlecht, als sie Statthalter Philipp Schindler in Bademantel und Latschen begrüßte. Merke: Google darf alles.

In den lichtdurchfluteten Gebäuden in Mountain View biegen sich die Regale der Snackbars und die Kantinentheken unter der Last von Obst, Müsliriegeln, Muffins, Burgern und Salaten. Alles ist kostenlos. „Wir sprechen nur von den ’Google-Seven’“, lacht Sprecher Stefan Keuchel, während wir in der Warteschlange vor einer opulenten Sushibar stehen. „So viele Pfunde nimmt jeder Neuling hier erst mal zu.“ Ein paar Meter weiter steht Youtube-Gründer und Millionär Chad Hurley geduldig für eine warme Mahlzeit an – wir sind alle eine Familie, lautet die Botschaft. Für den Kauf eines umweltschonenden Hybrid-Toyotas gibt es 5 000 Dollar Zuschuss. Wir sind grün, unser Credo: „Don’t be evil“ – Tue nichts Böses.

Doch da ist noch das andere Google, jenseits von Swimmingpools und First-Class-Fitness-Studio. „Infokrake“, heißt es immer öfter, und „Google strebt Monopole im Internet und der Online-Werbung an“, wie Microsoft-Boss Steve Ballmer tobt. „Ausgerechnet der“, höhnt es da nur aus dem Googleplex zurück.

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