Google ändert Suchergebnisliste
Heute kommt das „Mobilegeddon“

Eine Aktualisierung des Google-Algorithmus könnte Online-Händler heftig treffen. Erstmals werden Smartphone-optimierte Websites bevorzugt in den Ergebnislisten angezeigt. Warum nicht nur Chefs von Internetshops zittern.
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DüsseldorfEs geht um die wertvollsten Quadratzentimeter des Internets: Google verändert am heutigen Dienstag seinen Algorithmus. Websites, die nicht für Smartphones optimiert sind, werden in den Trefferlisten der weltweit wichtigsten Suchmaschine weiter unten stehen – und womöglich aus dem Sichtfeld der Nutzer rutschen. Webmaster in aller Welt starren heute auf ihre Analyseprogramme, um zu sehen, ob sie betroffen sind. Denn die Folgen könnten drastisch sein, auch für zahlreiche deutsche Unternehmen.

Google bevorzugt künftig Websites, die für mobile Geräte optimiert sind, etwa mit großem Text und leicht anklickbaren Links. Portale, die nicht an die kleinen Bildschirme angepasst sind, tauchen auf Smartphones weiter hinten in den Trefferlisten auf. „Diese Veränderung wird alle mobilen Suchen in allen Sprachen weltweit betreffen und unsere Suchergebnisse signifikant beeinflussen“, warnte das Unternehmen im Februar, als es die Änderungen ankündigte. Heute sollen sie in Kraft treten.

In der Szene spricht man ehrfürchtig vom „Mobilegeddon“. Auch wenn nicht gleich der Untergang droht und die Suche vom PC oder Tablet aus nicht betroffen ist: Die Folgen dürften erheblich sein. Denn immer mehr Besucher kommen heute über mobile Geräte – in Europa entfallen nach Zahlen des Dienstleisters Statcounter 20 Prozent aller Seitenaufrufe auf Smartphones. Und bei 30 Prozent der Online-Einkäufe in Deutschland kommen Handy oder Tablet zum Einsatz, hat das Marketing-Unternehmen Criteo ermittelt.

Ein beträchtlicher Teil der Online-Händler in Deutschland lässt sich mit der mobilen Optimierung Zeit, wie eine Umfrage des Handelsinstituts ECC Köln zeigt: Erst etwas mehr als die Hälfte hat die Website für die mobile Nutzung optimiert, 30 Prozent arbeiten daran, 15,5 Prozent planen keine Anpassung.

Die Aktualisierung der Google-Rangliste könnte somit verändern, wo Millionen von Menschen einkaufen, in welches Restaurant sie gehen und welche Nachrichten sie lesen.

Der Algorithmus, mit dem Google die Suchergebnisse zusammensetzt, ist eine weitgehend geheime Formel. Eine ganze Branche lebt davon, die Kriterien zu analysieren und Websites daran anzupassen. Experten sprechen von SEO, der englischen Abkürzung für Suchmaschinenoptimierung.

Der Konzern verändert regelmäßig die Kriterien, die über die Reihenfolge Ausschlag geben. Einerseits geht es darum, Tricksereien zu verhindern, mit denen Google-Deuter ihre Position verbessern wollen. Andererseits forciert der Konzern technische Änderungen – so belohnt er bereits, wenn Websites verschlüsselte Verbindungen anbieten.

Künftig will Google die Smartphone-Nutzung erleichtern: „Problemlos und intuitiv“ müsse sich die Seite auf den kleinen Bildschirmen nutzen lassen, postuliert das Unternehmen. Das betrifft die Darstellung und die Bedienung, aber das Laden von Videos und Grafiken.

Zudem soll die Darstellung automatisch an die Größe des Bildschirms angepasst werden, Experten nennen das responsives Design. An welchen Stellschrauben Google bei der Qualitätsbeurteilung für eine Website genau dreht, gibt der Konzern traditionell nicht bekannt.

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„Wer sich nicht anpasst, verliert“

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  • --@ Herr Helmut Metz

    Ich werde nicht in den Alptraum schlittern, in dem sie heute schon leben.

    Egal, was an den Märkten auch passiert, ich verdiene gut an den Index-Derivaten (CFD Short / Long auf den Index (DAX, US2000, JP225,...). Ich verdiene daran, dass es größere Bewegungen gibt. Die Richtung ist mir schnuppe. Hauptsache Bewegung.

    Iwo auf der Welt gibt es immer Bewegung im Index, notfalls sogar Rohstoffe oder Gold.

  • Die Notenbanken KÖNNEN doch gar kein "Geld" drucken - sie können nur Schulden = Kredit drucken, das ist ja gerade der Clou. ;-)
    Schade, dass Sie nicht verstehen, folglich werden Sie leider in einem Alptraum aufwachen, wenn es zu spät ist.
    Auch in diesem Falle würde "googlen" weiter helfen.
    Pech für Sie, Herr Spirat...

  • Eben - und nur weil ein Dienst total versichert alles zu tun sind auch dort die Lücken nie geschlossen!
    Es wird in diesen Bereichen keinen "sauberen" DL geben - das können die versichern wie sie wollen. Wer stellt ohne irgendwelche Gewinnabsichten eine Serviceleistung ins Netz?

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