„Griechenland-Marshallplan“
Telekom-Chef fällt Rösler in den Rücken

Wirtschaftsminister Philipp Rösler will Konzerne zum Engagement in Griechenland bewegen. Telekom-Chef René Obermann kennt sich dort aus und kritisiert die Rahmenbedingungen als investitionsfeindlich. Besonders pikant: Der größte Aktionär der Telekom ist der Staat.
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Berlin/Bonn/AthenDie Deutsche Telekom hat angedroht, ihr Engagement in Griechenland nicht weiter auszubauen und von weiteren Investitionen in dem Land abzusehen. „Wir müssen genau prüfen, ob es sich lohnt, in Griechenland weiter zu investieren“, sagte Telekom-Finanzvorstand Timotheus Höttges am Donnerstag bei der Vorlage der Halbjahreszahlen des Unternehmens. Der Konzern habe in Griechenland „massive Nachteile“. Die Telekom ist mit 40 Prozent am Telekommunikationsunternehmen OTE beteiligt, das die Hälfte des griechischen Mobilfunk-Marktes kontrolliert.

Telekom-Chef René Obermann warf den griechischen Regulierungsbehörden vor, „unverständliche“ Entscheidungen zu treffen und „investitionsfeindlich“ zu sein. Die Telekom beklagt regelmäßig Schwierigkeiten beim Einführen neuer Produkte. Die Warnung, nicht weiter in Griechenland zu investieren, dürfte sich vor allem auf den verbliebenen Staatsanteil von sechs Prozent an OTE beziehen. Diesen könnte die Telekom an sich theoretisch übernehmen. Obermann sagte, er werde Angebote aus Athen sehr genau und kritisch betrachten.

Die Probleme bei OTE machten sich bei der Telekom den Angaben zufolge auch in der Bilanz bemerkbar. Die wirtschaftliche Lage in Griechenland bleibe „unverändert schwierig“, dies belaste „das Geschäft der OTE-Gruppe weiterhin spürbar.

Das pikante an den deutlichen Worten zu Griechenland: In der vergangenen Woche hatte sich Bundeswirtschaftsminister Rösler mit Vertretern der deutschen Wirtschaft unter reger Teilnahme der Öffentlichkeit über eine Art "Marshallplan" für Griechenland beraten – auch die Telekom, bei der der Staat noch immer Großeigentümer ist, war vertreten. Der Bundeswirtschaftsminister nannte die Bereiche Tourismus, Infrastruktur und Telekommunikation als Ansatzpunkte für Engagements ausländischer Investoren in dem Land. Obermann hält davon offenbar nichts.

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Warum die Investitionsneigung so gering ist

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  • Die griechischen Ämter und Bürokraten sind beratungsresistent, wie soll sich da etwas in absehbarer Zeit wohl ändern?

  • Staatsbankrott
    Das könnte uns drohen

    http://www.biallo.at/artikel/Kredit/staatsbankrott--das-koennte-uns-drohen.php

    Misstrauen in Euro und Dollar, immer höhere Staatsschulden, ratlose Politiker. Viele Staaten Europas stehen am Rand eines Bankrotts. Schlussfolgerungen für Anleger und Investoren.

  • Ich habe die FDP auch gewählt. War sogar mal Mitglied. Machen sie sich nichts draus, jeder macht mal Fehler - und ich muss sagen, vom prinzip her stehe ich noch immer zu einigen positionen der fdp - freiheitlich, selbstständig, eigenverantwortung, etc.

    und ich meine diese prinzipien nicht in dieser perversion wie die fdp sie anwendet und meint!

    die politiker die sie in der fdp vorfinden sind die absoluten schmarotzer - versicherungsverkäufer und sonstige berater, die wollen sich alle fett am trog vollfressen.
    hab es erkannt und bin ausgetreten.

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