Großrechner-Comeback treibt Wachstum
Software AG sorgt für gute Stimmung

Beim Darmstädter Softwarehersteller Software AG stehen die Zeichen zwei Jahre nach einer schweren Firmenkrise nun wieder auf Expansion.

HB FRANKFURT. In den ersten drei Monaten 2006 übertraf der deutsche Branchenzweite nach SAP mit seinem Gewinn- und Umsatzanstieg erneut die Erwartungen von Analysten. Möglicherweise werde das Unternehmen nun die Geschäftsprognose für 2006 anheben, kündigte Vorstandschef Karl-Heinz Streibich am Freitag an. „Das könnte passieren, wenn sich der Trend aus dem ersten Quartal fortsetzt“, sagte er der Nachrichtenagentur Reuters.

Die günstigen Geschäftsperspektiven sorgten für gute Stimmung bei den Anlegern. Sie kauften die Technologiewerte-Index TecDax notierten Software-AG-Aktien und trieben den Kurs bis zu vier Prozent in die Höhe.

Hoffnung macht dem Unternehmen insbesondere das Comeback der totgesagten kühlschrankgroßen Großrechner, da die Produkte der Software AG zu drei Vierteln auf solche Computer zugeschnitten sind. Bislang erwartet der Konzern für 2006 ein Umsatzwachstum von zehn Prozent und eine operative Umsatzrendite von 21 bis 23 Prozent. In den ersten drei Monaten lag die Firma über diesen Werten. Die Erlöse stiegen um 13,5 Prozent auf 114 Mill. Euro und das Verhältnis des Gewinns vor Steuern und Zinsen (Ebit) zum Umsatz auf 19 Prozent. Die Verkäufe von Softwarelizenzen legten gar um rund ein Viertel zu. Der Zuwachs deutet üblicherweise auf ein stärkeres Geschäft mit Dienstleistungen und Wartungsarbeiten in der Zukunft hin. Der Überschuss kletterte um ein Viertel auf 14,4 Mill. Euro.

Neben den Großrechnern soll auch der kleinere Bereich so genannter Integrationssoftware, die die Kommunikation verschiedener Programme ermöglicht, das Wachstum beschleunigen. Dazu sollen vor allem neue Produkte beitragen, wie Streibich erläuterte.

Ausbau des Auslandsgeschäfts

Getragen werde die Expansion in diesem Jahr außerdem vom Ausbau des Auslandsgeschäfts. „Auch mit Akquisitionen werden wir weitermachen - aber vorsichtig. Dabei geht nicht um mehr Umsatz, sondern um technologische Expertise zur Abrundung unseres Portfolios“, sagte der Firmenchef. „Schlechte Zeiten kommen schnell zurück, wenn man nicht immer alle Kräfte mobilisiert“, ergänzte er.

In einem drastischen Sparprogramm hatte die Software AG ab 2002 ein Viertel der Stellen gestrichen. Für dieses Jahr hat das Unternehmen eine Aufstockung der Belegschaft um 15 Prozent auf rund 3200 Mitarbeiter angekündigt.

Branchenexperten zeigten sich mit der Quartalsbilanz zufrieden. „Vertriebs- und Marketingkosten stiegen im ersten Quartal stärker als erwartet“, kommentierte Analyst Michael Bahlmann von MM Warburg. „Aber das zeigt, dass die Firma kräftig in Wachstum investiert.“

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