G&D-Chef Walter Schlebusch
„Ohne den IT-Gipfel wären wir nicht so weit“

Walter Schlebusch, Chef des Technologiekonzerns Giesecke & Devrient, will den IT-Gipfel umkrempeln: Es brauche weniger Grundsatzdiskussionen und mehr Ergebnisse. Im Handelsblatt-Interview ist er aber auch selbstkritisch.

BerlinDer Chef des Münchener Familienunternehmens fordert, dass sich die viel kritisierte Veranstaltung ändern müsse: Weg von Grundsatzdiskussionen und hin zu mehr konkreten Ergebnissen. Deshalb will er Endverbraucher, Handel und Mittelstand künftig mit dabei haben. Doch der Manager gibt sich auch selbstkritisch: Die deutsche IT-Branche müsse endlich über den Tellerrand hinaus blicken, sagt er dem Handelsblatt.
Schlebusch weiß, wovon er spricht: Er sitzt beim IT-Gipfel, der vom 18. bis 19. November in Berlin stattfindet, mit Innenminister Thomas de Maizière auf dem Podium. Die Traditionsfirma Giesecke & Devrient ist einer der größten Anbieter von Sicherheitslösungen für die unterschiedlichsten Branchen, unter anderem Banken, Mobilfunk oder Autoindustrie. Mit rund 11.000 Mitarbeitern erzielte der Konzern zuletzt 1,8 Milliarden Euro Umsatz.

Herr Schlebusch, in der Öffentlichkeit ist der IT-Gipfel praktisch unbekannt. Hat die Veranstaltung überhaupt noch eine Berechtigung?
Ja, denn fast täglich erreichen uns Meldungen über Angriffe auf vernetzte Systeme, kritische Infrastrukturen und sensible Nutzerdaten. Der IT-Gipfel ist nach wie vor die geeignete Plattform für den Austausch von Wirtschaft und Politik. Die hochkarätige Besetzung der Arbeitsgruppen belegt, dass IT als Querschnittstechnologie und Enabler in der Wirtschaft angekommen ist. Allerdings sollte sich der Gipfel noch stärker als in der Vergangenheit den Anwendern öffnen: Hier sehe ich, neben den Endverbrauchern, vor allem auch den Handel, die Industrie und ausdrücklich auch kleine und mittelständische Unternehmen.

Die IT-Branche ist extrem in Bewegung, warum ist dann der Gipfel so lahm?
Ohne den IT-Gipfel – und hier meine ich den gesamten Prozess, der sich ja weit über das jährliche Event hinaus erstreckt - wären wir bei Schlüsselthemen nicht so weit, wie wir heute sind.

Woran machen Sie das fest?
Nehmen Sie Industrie 4.0: Hier haben wir in Deutschland eine Menge intellektuelle Vorarbeit in den entsprechenden Arbeitsgruppen des Gipfels geleistet.

Doch es mangelt an der Umsetzung.
Es gilt nun, dies auch in die Realität, sprich in die Fertigungsstraßen unserer Fabriken, zu bringen. Mir scheint, dass dabei weniger mehr ist: Weniger Vorab-Diskussionen um idealtypische Architekturen, sondern „Machen“! Vieles wird sich auch nicht bis ins letzte Detail von vorneherein definieren lassen, sondern muss als Patchwork zusammenwachsen. Dabei sind die großen Firmen und Konsortien die Treiber.

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Sicherheitslösungen mit den Anwendern entwickeln

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