Gute Verkaufszahlen beim Pentium-Prozessor
Intel überrascht in allen Belangen

Der weltgrößte Chip-Hersteller Intel hat im zweiten Quartal den Gewinn verdoppelt und einen Umsatz über der eigenen Prognose erzielt. Intel-Aktien reagierten nachbörslich mit einem Kurssprung von mehr als sechs Prozent und markierten bei 25,70 Dollar den höchsten Stand seit Juni 2002. In Tokio sorgten die Intel-Ergebnisse indes lediglich bei einigen Chip-Titeln für Kursgewinne.

Reuters SAN FRANCISCO. Obwohl das für die Technologiebranche als wegweisend geltende Unternehmen noch keine Erholung der Technologie-Nachfrage von Seiten der Unternehmen sieht, kündigte Intel eine Steigerung der Gewinnmargen sowohl für das dritte Quartal als auch für das Gesamtjahr an. Analysten werteten den Quartalsbericht als positiv.

Dank geringerer Produktionskosten und höherer Umsätze würden die Gewinnmargen im laufenden Quartal auf rund 54 % statt wie bislang angenommen auf 51 % steigen, teilte das in Santa Clara im Bundesstaat Kalifornien ansässige Unternehmen am Dienstag nach Börsenschluss mit. Auch im Gesamtjahr würden die Gewinnmargen bei rund 54 % liegen. Für das laufende Vierteljahr prognostizierte Intel ein Umsatzplus im Rahmen der jüngsten Analystenerwartungen.

„Es ist ein guter Quartalsbericht und ich denke, er hilft, zu unterlegen, dass die Wirtschaft allmählich Anzeichen einer Erholung zeigt“, sagte Evan Olsen, Chef-Händler bei Stephens Inc. Experten zeigten sich vor allem von der angehobenen Prognose für die Gewinnmargen positiv überrascht. „Die Prognose für die Gewinnmargen ist so gut, sie ist fast schon unglaublich“, sagte Dan Scovel von Neddham & Co. „Es ist so, als würde man ein Kaninchen aus dem Hut zaubern“, fügte er hinzu.

Umsatzplus dank Nachfrage nach PC-Chips

Der Netto-Gewinn sei auf 896 Mill. Dollar oder 14 Cent je Aktie gestiegen nach 446 Mill. Dollar vor einem Jahr, teilte Intel mit. Der Umsatz kletterte auf 6,82 Mrd. Dollar nach 6,32 Mrd. Dollar und lag damit über der eigenen Prognose von bis zu 6,8 Mrd. Dollar. Das Umsatzplus führte Intel unter anderem auf gute Verkaufszahlen der Pentium-Prozessoren zurück. Die Nachfrage nach Chips, die in Mobilfunktelefonen zum Einsatz kommen, stagnierte dagegen. Von Reuters befragte Analysten hatten im Schnitt einen Gewinn je Aktie von 13 Cent bei einem Umsatz von 6,72 Mrd. Dollar erwartet.

Für das laufende Vierteljahr sagte das Unternehmen einen Umsatz von 6,9 bis 7,5 Mrd. Dollar voraus. Von Reuters befragte Analysten erwarten bislang rund 7,2 Mrd. Dollar. Intel bekräftigte seine Prognose für die 2003 geplanten Investitionsausgaben von 3,5 bis 3,9 Mrd. Dollar, was einem Rückgang zum Vorjahr um 17 bis 25 % entspricht.

Die Intel-Umsätze werden von Analysten als ein wichtiger Indikator für die Nachfrage-Entwicklung in der PC-Branche gesehen, da Chips als Gehirne der Computer dienen. Seit mehr als zwei Jahren steckt die Technologiebranche in einer Krise, weil die Investitionen hauptsächlich wegen der weltweiten Konjunkturabkühlung stark zurückgegangen sind. Hersteller wie Investoren warten nun auf Signale für ein Ende der Flaute.

Keine Anzeichen für Erholung bei Technologie-Ausgaben

Intel-Finanzchef Andy Bryant äußerte sagte nach Vorlage der Zahlen auf die Frage, ob er in diesem Jahr eine Erholung erwarte: „Ich würde es nicht als Erholung charakterisieren.“ Die vorgelegten Geschäftszahlen seien zwar besser als die Ergebnisse, die in den vergangenen zwei Jahren erzielt worden seien. „Doch für einen Aufwärtstrend oder wieder steigende Informationstechnologie-Budgets erkenne ich noch keine Hinweise“, sagte er.

Die Lagerbestände hätten leicht abgenommen, erklärte Bryant. Es gebe auch keinen Anhaltspunkt dafür, dass Computer- oder andere Chip-Käufer einen Lageraufbau betrieben. Intel-Papiere haben seit Jahresbeginn rund 44 % zugelegt und damit deutlich mehr als der Nasdaq-Index.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%