Halbjahres-Bilanz
Vodafone blickt sorgenvoll in die Zukunft

Für den weltgrößten Mobilfunkkonzern Vodafone lief es im abgeschlossenen Geschäftshalbjahr ausgesprochen gut. Dennoch waren die Aktionäre sehr unzufrieden. Denn die Zukunftsaussichten sind alles andere als rosig.

HB LONDON. Der Konzerngewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) lag in den sechs Monaten bis Ende September bei 6,7 Mrd. Pfund, teilte das Unternehmen am Dienstag mit. Analysten im Schnitt mit nur 6,66 Mrd. Pfund gerechnet. Den Umsatz bezifferte Vodafone auf 18,3 Mrd. Pfund. Hier waren Experten von lediglich 17,96 Mrd. Pfund ausgegangen. Der bereinigte Gewinn je Aktie betrug 5,37 Pence. Analysten hatten nur 5,26 Pence pro Anteilsschein prognostiziert.

Die Gewinnspanne ging im Vergleich zum Vorjahreszeitraum allerdings von 39,4 auf 37,9 Prozent zurück. Diese Nachricht und der mäßige Ausblick auf 2007 enttäuschten die Anleger an der Londoner Börse. Für das laufende Geschäftsjahr 2006 bekräftigte Vodafone zwar seine Prognose eines Umsatzwachstums zwischen 6 und 9 Prozent. Für das Geschäftsjahr 2007 stellte das Unternehmen außerhalb Japans aber Rückgänge beim Cash-Flow, den Mobilfunk-Erlösen und den Ebitda-Margen im Mobilfunk in Aussicht. Vodafone-Aktien brachen um 5 prozent auf 137,75 Pence ein. Da half es auch nicht, dass das Unternehmen die Dividende im Rahmen der Erwartungen um 15 Prozent auf 2,2 Pence je Aktie anhob und die Aufstockung des bis März 2006 laufenden Aktienrückkauf-Programm um 2 auf 6,5 Mrd. Pfund bekannt gab.

„Die Vodafone-Gruppe ist in einem konkurrenzbetonten und schwierigen Umfeld weiterhin erfolgreich“, erklärte Unternehmenschef Arun Sarin unbeirrt. Für die Zahl der Neukunden im ersten Halbjahr - 10 Millionen - stimmt dies auch. Insgesamt hat Vodafone nun 171 Millionen Kunden weltweit.

Auch in Deutschland wuchs das Unternehmen im abgelaufenen Quartal kräftig. In den Monaten Juli bis September sind 539 000 neue Nutzer unter Vertrag genommen werden. Ende September telefonierten damit 28,26 Millionen Menschen über das Netz von Vodafone D2. Allerdings wuchs O2 mit 558 000 Neukunden im Quartal schneller. Marktführer T-Mobile kam auf 530 000 Neukunden und E-Plus auf 327 000. Der Zahl der UMTS-Kunden von Vodafone in Deutschland wuchs um 287 000 auf 815 000. Weltweit haben die Briten 4,94 Mill. UMTS-Nutzer unter Vertrag.

Kräftig zulegen konnte auch die Vodafone-Tochter Arcor: Die in Eschborn angesiedelte Festnetzgesellschaft erhöhte die Zahl ihrer direkten DSL-Kunden auf 863 000. Nicht mit eingerechnet sind dabei die DSL-Verträge, die Arcor über das Netzwerk der Deutschen Telekom abwickelt. Dazu nannte Arcor auf Anfrage keine Zahlen. "Ich kann aber sagen, es lief gut", sagte ein Sprecher. Mit dem Zuwachs dürfte das Unternehmen seine Position unter den am schnellsten wachsenden DSL-Anbietern in Deutschland untermauern. Das operative Ergebnis von Arcor habe sich weiter verbessert, hieß es. Hintergrund seien Kosteneinsparungen und ein Umsatzzuwachs, der bei 21 Prozent lag.

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