Handelsblatt-Gespräch
"Wir werden ein Angebot für die EM 2008 machen"

Der neue Pro-Sieben-Sat1-Chef Guillaume de Posch über Fußball, die Werbekonjuktur, Anke Engelke und seinen Aufsichtsratschef Haim Saban.

Die TV-Entertainerin Anke Engelke geht mit ihrer „AnkeLate-Show“ auf Sat 1 in die Sommerpause. Ist das der Anfang vom Ende?

de Posch: Nein. Die durchschnittliche Einschaltquote liegt bisher bei zehn Prozent. Das ist nicht schlecht - und vor allem nicht schlechter als bei Harald Schmidt am Anfang.

Reicht die Quote auf Dauer für das Überleben aus?

de Posch: Ja, wir machen nach der Sommerpause auf alle Fälle mit dem Format weiter.

Ich persönlich finde Anke Engelke sehr lustig und sehr talentiert. Eine Frau als Late-Night-Entertainerin ist in Europa einmalig. Klar ist aber auch: Wir werden die Late-Night-Show bis September weiter optimieren.

Was haben Sie vor?

de Posch: Wir brauchen den richtigen Mix zwischen Sketchen und Interview. Das Studio ist für meine Begriffe zu groß. Und wir müssen in Zukunft noch prominentere Gäste haben.

Und was ist mit der Quote?

de Posch: Die Quoten der Show müssen auf Dauer natürlich schon zweistellig sein.

Sie waren mit Prognosen für Pro Sieben Sat 1 nach der tiefen Krise im deutschen Werbemarkt sehr zurückhaltend. Wie läuft das Geschäft im vierten Jahr der Werberezession?

de Posch: Wir hatten ein sehr gutes zweites Quartal. Wir sind nach den ersten sechs Monaten inzwischen besser als unsere Planung. Und das trotz der Europa-Meisterschaft, die ja bei ARD und ZDF gelaufen ist und uns Quote gekostet hat. Die Einschaltquoten bei unseren Sendern verbessern sich in diesem Jahr kontinuierlich. Vor allem entwickelt sich die Werbekonjunktur besser als zum Jahresanfang erwartet.

Noch im Mai haben Sie erklärt, Sie rechnen für die Fernsehbranche in diesem Jahr mit einem Nullwachstum.

de Posch: Jetzt bin ich optimistischer. Es würde mich nicht wundern, wenn der Markt in 2004 ein Plus von zwei Prozent erzielt.

Der Konzern hat unter Ihrem Vorgänger Urs Rohner in den vergangenen Jahren einen harten Sparkurs gefahren. Gibt es da überhaupt noch Sparpotenziale.

de Posch: Wir haben bei den Kosten einen guten Job gemacht. Und das zahlt sich jetzt aus. Auch wenn wir durch das Gröbste durch sind: Wir müssen weiter kostenbewusst bleiben. Das ist eine Daueraufgabe. Sie haben auch die Investitionen zurück gefahren.

Hochkarätige Sportübertragungen gibt es bei Pro Sieben Sat 1 kaum noch. Keine Fußball-WM, keine Bundesliga...

de Posch: Natürlich sind langfristig Live-Übertragungen aus dem Sport wichtig. Und hier gilt natürlich: Fußball ist König. Wir haben bei uns ja die Champions League. Klar ist aber auch, bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland sind wird nicht dabei. Im Preispoker konnten wir einfach nicht mithalten. Summen von über 230 Millionen Euro, wie sie ARD und ZDF bezahlen, sind mit Werbung einfach nicht refinanzierbar.

Für welche Fußball-Rechte interessieren Sie sich dann?

de Posch: Wir werden ein Angebot für die Fußball-Europameisterschaft 2008 machen. Und wir sind fest entschlossen, uns diese Rechte zu holen.

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