Handyhersteller RIM
Blackberry verbucht einen Prestigeerfolg

Der kanadische Handyhersteller Research in Motion (RIM) darf nach jahrelangen Bemühungen das so genannte Smartphone „Blackberry", zu Deutsch Brombeere, auch in China verkaufen. Die Aussicht, dass Millionen von Chinesen dem Blackberry wie westliche Kunden verfallen könnten, ließ den Kurs von RIM auf einen Rekordstand emporschnellen.

HB PORTLAND. In Partnerschaft mit dem Telefonausrüster Alcatel-Lucent, der bereits im chinesischen Markt präsent ist, wird RIM das Handymodell 8700 ab Ende dieses Jahres über den Mobilfunkprovider China Mobile in der Volksrepublik anbieten.



Die Erwartungen bei RIM sind aller Wahrscheinlichkeit nach übertrieben. In der Tat hat das Blackberry im Westen Kultstatus. Als erstes Handy, mit dem man nicht nur telefonieren, sondern auch E-Mails senden und empfangen konnte, wurde es für viele Firmenkunden zur Standardausrüstung. Das Tippen von Texten auf der Minitastatur führte zu einer neuen Muskelerkrankung, dem „Blackberry-Daumen". Mittlerweile bieten mehr als 300 Telefongesellschaften in aller Welt Blackberrys zusammen mit dem Kommunikationspaket von RIM an. Das Unternehmen lieferte im vergangenen Quartal das 20-millionste Handy aus und zählt mehr als zehn Millionen Abonnenten.

Die Expansion nach China, die lange an dem Widerstand der kommunistischen Regierung gegen ein Gerät scheiterte, mit dem unkontrolliert jederzeit Nachrichten ausgetauscht werden können, ist für RIM aller Wahrscheinlichkeit mehr ein Prestige-Erfolg als ein finanzieller Gewinn. Obwohl der China-Markt für Handys riesig ist, verdient kaum ein westlicher Anbieter dort Geld. Denn nachgefragt werden vor allem Billighandys. Zudem haben chinesische Hersteller das Kopieren erfolgreicher Geräte aus dem Westen zur hohen Kunst entwickelt.

Blackberrys gehören demgegenüber zur teuren Handy-Elite. Entsprechend will sich RIM zusammen mit den Partnern auf große einheimische und ausländische Firmen in China konzentrieren. Dass dieser Markt politisch leichter zu kontrollieren ist, dürfte die Zulassung befördert haben. „Wenn RIM nur ein Prozent des riesigen chinesischen Handymarktes gewinnt, wäre das sicherlich lukrativ", sagt Nick Agostino, Analyst bei Research Capital. Aber kurzfristig sehe er keine großen finanziellen Vorteile.

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