Handyhersteller übernimmt Symbian komplett
Nokia antwortet auf Googles Angriff

Der Kampf um das mobile Internet gewinnt an Schärfe. Mit einer radikalen Kehrtwende in der Geschäftspolitik antwortet Nokia auf den Einstieg von Google in seinen Kernmarkt Mobiltelefone. Der Weltmarktführer aus Finnland wird den englischen Hersteller des Betriebssystem Symbian – alle Nokia-Telefone sind damit ausgestattet – für 264 Mill. Euro übernehmen und in eine Stiftung einbringen.

HB DÜSSELDORF. Sie wird mit mehreren großen Partnern eine offene und einheitliche Software-Plattform entwickeln, die allen Mitgliedern kostenfrei zur Verfügung steht. Bislang müssen Lizenzgebühren gezahlt werden. Damit kopiert Nokia die Vorgehensweise, wie sie Webgigant Google für sein Betriebssystem „Android“ eingeschlagen hat.

Die Stiftung soll zusammen mit Konkurrenten wie Samsung oder LG sowie den Mobilfunk-Anbietern AT&T und Vodafone gegründet werden, wie Nokia am Dienstag mitteilte.

„Durch diese Übernahme und die Einrichtung der Symbian Foundation wird die unbestritten attraktivste Plattform für mobile Innovationen entstehen“, sagte Nokia-Chef Olli-Pekka Kallasvuo.

Symbian ist mit mehr als 200 Mill. verkauften Lizenzen das weltweit meist verbreitete Betriebssystem für Mobiltelefone mit Computer-Funktionen, sogenannte Smartphones. Das entspricht einem Anteil von zwei Dritteln. Symbian wird aber für alle Telefonmodelle individuell angepasst, daher ist es für Softwareentwickler unmöglich, Programme zu schreiben, die auf allen Symbian-Geräten gleichermaßen funktionieren. Bei Apples iPhone, Microsofts Windows Mobile oder Googles Android ist das anders. „Je offener der Zugang für Entwickler ist, desto besser ist aber die Voraussetzungen, dass mehr Dienste mit echtem mobilen Mehrwert entstehen“, so Nikolaus Mohr von der Beratungsgesellschaft Accenture zu Nokias Gesinnungswandel. Der Marktführer drohte hier den Anschluss zu verlieren.

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