Hauptanteilseigener prüfen Offerte
Murdoch kommt Ziel bei Dow Jones näher

In den Übernahmekampf um den Mutterkonzern des "Wall Street Journals" kommt Bewegung. Medienmogul Rupert Murdoch hat offenbar den Widerstand der Hauptanteilseigner von Dow Jones gebrochen. Nun wird darüber gesprochen, wie journalistische Unabhängigkeit des Flaggschiffs bei einem Verkauf gewahrt bleibt.

HB NEW YORK. Die Bancroft-Familie teilte am Donnerstag überraschend mit, sie wolle direkte Gespräche mit Murdochs News Corp, die Dow Jones für fünf Milliarden Dollar übernehmen will. Im Licht des Angebots oder einer abgeänderten Offerte solle besprochen werden, wie die journalistische Unabhängigkeit auch weiterhin gewährleistet werden könne, die das Aushängeschild für Dow Jones sei. Die Bancroft-Familie kontrolliert den Konzern mit einem Anteil von knapp 65 Prozent und hatte einen Verkauf an Murdoch bislang strikt abgelehnt.

Die Familie sei nun aber zu dem Entschluss gekommen, dass das Unternehmen angesichts des geschäftlichen Umfelds in Kombination oder in Zusammenarbeit mit einer anderen Organisation möglicherweise besser aufgestellt wäre. Als Partner könne daher auch News Corp in Frage kommen, teilte die Bancroft-Familie mit.

Murdoch hatte Mitte vergangenen Monats versucht, die Hauptanteilseigner mit Sonderrechten doch noch zu einem Verkauf des "Wall Street Journal"-Herausgebers zu bewegen. In einem Brief des Medienmoguls an die Bancroft-Familie bot er Großaktionären einen Sitz im Kontrollgremium seiner News Corp an, wenn sie sein Angebot annehmen sollten. Das "Wall Street Journal" werde zudem garantiert seine journalistische Unabhängigkeit bewahren, hieß es in dem Brief. Dafür solle ein redaktionelles Aufsichtsgremium eingerichtet werden.

Murdoch herrscht über ein weltweites Medienimperium. Anfang Mai hatte er mit seinem Übernahmeangebot für Dow Jones für Aufsehen in der Branche gesorgt.

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